"Dies ist ein Notizbuch, kein Buch. Ich rate niemandem, die Aufzeichnungen ... fortlaufend zu lesen wie einen Roman; das einzige, das die Stücke verbindet, ist die Subjektivität des Verfassers." Diese Sätze hatte Johannes Gross seinem früheren "Notizbuch" vorangestellt, das seine Aufzeichnungen aus dem Magazin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zu einem Band zusammenfügte. Der jüngste Band enthält die Notizen aus den Jahren 1995 bis 1999. Die "Nachrichten aus der Berliner Republik" handeln von der neuen politischen Situation nach der letzten Bundestagswahl, von Veränderungen und Kontinuitäten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.02.2000
Gross ist ein Meister "aphoristischer Nadelstiche", lobt der Rezensent mit dem Kürzel "de". Die unbedeutendsten Alltagsbegebenheiten, die Gross in seinen "Nachrichten" seziert, ergäben zusammen genommen ein "herrlich vielfältiges" Sittengemälde der postmodernen Gesellschaft. Angesichts solcher Könnerschaft verzeiht "de" dem Autor auch gerne sein "gerüttelt Mass an Eitelkeit".
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