Mit Beiträgen in englischer Sprache. Europäische Integration, Systemtransformationen in Osteuropa, die Erweiterung der Gemeinschaft und die Globalisierung sind der Hintergrund, vor denen alte Fragen an Staat und Recht neu zu stellen sind. Ein übergreifendes Thema ist der wirtschaftliche und politische Systembezug der gemeinschaftsrechtlich begründeten wirtschaftlichen Freiheitsrechte. Die Wirtschaftsverfassung der Europäischen Union wird als Teil des geltenden Gemeinschaftsrechts, als Gegenstand des Systemwettbewerbs und des politische Prozesses behandelt. Als Hüter der Wirtschaftsverfassung erweisen sich die Bürger, die ihre vom Europäischen Gerichtshof begründeten Rechte auf Teilhabe an Binnenmarkt und Wettbewerbssystem wahrnehmen. Anhand dieses Ansatzes werden neue Politikfelder, neu aufgetretene institutionelle Konflike in der EU und aktuelle Grundsatzfragen des Gemeinschaftsrechts behandelt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2004
Werner Mussler bespricht mit unterschiedlichem Enthusiasmus zwei Bücher zur europäischen Wirtschaftverfassung. Das Buch "Wirtschaft und Verfassung in der Europäischen Union" von Ernst-Joachim Mestmäcker, das Aufsätze aus zehn Jahren zu juristischen und wirtschaftlichen Aspekten der EU enthält, überzeugt den Rezensenten durch die "vorbildliche" Integration von wirtschaftlichen und rechtlichen Erkenntnissen. Für Mussler wird der "besondere Wert" der Aufsätze insbesondere vor dem "Hintergrund" der derzeitigen Verhandlungen um eine EU-Verfassung deutlich, die wohl im Wesentlichen eine "Wirtschaftsverfassung" darstellen wird, wie der Rezensent vermutet. Der Autor formuliert in seinen Aufsätzen unter anderem seine Skepsis gegenüber dem Maastricht-Vertrag und Sorgen über "Risse im europäischen Contrat social", fasst der Rezensent zusammen. Dabei analysiere Mestmäcker seine "grundsätzlichen Betrachtungen" stets "sauber" und auf der Grundlage "präziser Beobachtungen im Detail", so Mussler angetan. Er lobt die "scharfsinnigen Analysen" des Autors und ist insbesondere vom "klaren ordnungspolitischen Rahmen" der Erörterungen sehr eingenommen.
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