Anfänglich hatte Johann Peter Hebel (1760-1826) mit dem badischen Landkalender Aufklärungsarbeit leisten wollen, bald aber wurde er von der literarischen Welt entdeckt. Einen Teil seiner Geschichten hat er stilistisch geglättet und zu einem Buch zusammengefaßt, das ihm Weltruhm eintrug. Die Herausgeber Hannelore Schlaffer und Harald Zils legen hier den unverfälschten und vollständigen Kalendertext sämtlicher Erzählungen Hebels - einschließlich der Betrachtungen über das Weltgebäude und der Rätsel und Scharaden - in einem Band mit Sachkommentaren und Dokumenten vor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.09.2001
In seiner kurzen Kritik zeigt sich Jörg Drews hochzufrieden über die nun zum 175 Todestag Hebels vorliegende Taschenbuchausgabe aller Kalendergeschichten. Er findet die Kalendergeschichten zu Recht unvergessen und weist auf den großen Einfluss hin, den sie auf viele nachfolgende Schriftsteller wie Kafka, Bloch und Benjamin hatten. Nur ganz selten neige der Ton der Texte zu "Betulichkeiten", insgesamt überwiege aber bei allem "Rapiden, Reißerischen", das den Geschichten zu eigen sei, die "absichtslose Einfachheit", lobt der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.12.1999
Hebel befreit von jeder biedermännischen Schnurrigkeit, urteilt Kurt Oesterle erfreut über diesen Band, der - mit den ursprünglichen Illustrationen des "Rheinischen Hausfreund" ausgestattet - eine "auch bibliophile Leseausgabe" ist. Zusätzlich haben die Herausgeber wichtige Dokumente beigefügt (eines ist neben der Rezension abgedruckt), durch die man dem badischen "Basisarbeiter der Aufklärung" bei der Arbeit über die Schulter sehen kann. Aber Hebel beschrieb nicht nur Bauern und Handwerker, sondern bezog immer auch Außenseiter der Gesellschaft mit ein, hebt Oesterle hervor und lobt: Dies sei keine geschmäcklerische Auswahl der 240 Jahre alten Geschichten, sondern eine gediegene, kluge Edition Hebels.
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