Anfang des 19. Jahrhunderts, zwei Höfe im Nirgendwo. Lisa und Maximilian heiraten, sie kennen sich von Kindheit an, und Lisa ist die Einzige, die Maximilian mit seinem Sprachfehler versteht. Es ist eine Zweckehe aus der Not. Denn Bauer Andres ist verschwunden, er, der Träumer, hat den Hof für eine Schiffspassage in die Neue Welt beliehen und Maximilian, seinem Sohn, riesige Schulden hinterlassen. Das junge Paar könnte alles verlieren. Doch in Lisa erwacht der Kampfgeist. Ganz allein fährt sie in die Stadt, und bald kommt sie der jahrelangen Übervorteilung durch die Kornhändler auf die Spur. Die beiden erkennen, dass sie alles hinterfragen, neu wirtschaften lernen müssen, um den Hof zu retten. Während sie ihr Schicksal in die Hand nehmen, wächst auch ihre Liebe. Unterdessen setzt Andres seine abenteuerliche Reise in Richtung Amerika fort, schlägt sich durch fremde Gegenden, bis ihm klar wird, was er angerichtet hat.
Obwohl die Geschichte des Debütromans von Ralf Westhoff, im Hauptberuf Filmemacher, vor rund zweihundert Jahren spielt, ist sie doch höchst gegenwärtig, befindet Rezensent Jan Drees: Liza hat in eine Bauernfamilie eingeheiratet, die nun hoch verschuldet ist. Mit vielen Zitaten gespickt erzählt Drees nach, wie sie nach einem Gedanken des Ökonomen Piketty ihr wirtschaftliches Leben selbst in die Hand nimmt, Stück für Stück die Schulden abbezahlt, sich den Anbau von Roggen, Kartoffeln und Bohnen aneignet und ihre Resilienz zur Schau stellt. Für den Kritiker ein hellsichtiger Roman und eine liebenswerte Protagonistin, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätten.
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