Johann König, Daniel Schreiber

Blinder Galerist

Cover: Blinder Galerist
Propyläen Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783549076422
Gebunden, 168 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Andy Warhol, Isa Genzken, On Kawara, Rosemarie Trockel - von Kindheit an ist Johann König umgeben von großen Künstlern und ihrer Kunst. Mit zwanzig gründet er eine Galerie, obwohl er kaum etwas sieht.Was bedeutet es, nicht sehen zu können und Galerist zu werden? Wie kann man sich Kunst erschließen, wenn man sich auf seine Augen nicht verlassen kann? Was ist Sehen überhaupt, wenn die Welt um einen herum verschwimmt? Als Kind bekommt Johann König von Gerhard Richter Indianerkassetten geschenkt. Sein Vater Kasper nimmt ihn mit in die Städelschule und nach New York in das Atelier von Jeff Koons. Ein tragischer Unfall mit zwölf Jahren wirft ihn komplett aus der Bahn. Am tiefsten Punkt erkennt er, dass Kunst seine Rettung ist. In einer Betonkirche aus den Sechzigern betreibt er heute eine der spektakulärsten Galerien Deutschlands.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2019

Rezensent Georg Imdahl kann über die Eitelkeit nicht hinweglesen in Johann Königs mit Daniel Schreiber verfasster Autobiografie. Wie König, Spross der König-Dynastie und nahezu blind, seinen Weg als Galerist machte, obwohl oder eben weil in seinem Elternhaus immer nur zeitgenössische Kunst verhandelt wurde, liest Imdahl allerdings mit Lust, schon da König kokett, aber auch freimütig von den Tücken und Angebereien des Geschäft berichtet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.06.2019

Rezensent Till Briegleb zufolge beantwortet dieses Buch in aller Ausführlichkeit die Frage, wie Johann König zum Star-Galeristen wurde, und spart dabei auch nicht an Anekdoten und Privatfotos, die den Voyeurismus der Leser befriedigen. Dass seine Blindheit ihn nicht an dieser Karriere gehindert hat, verdankt König seiner Herkunft aus einer berühmten Galeristen- und Kunsthändler-Familie, liest Briegleb hier. Der Kritiker hätte sich gewünscht, dass König den Markt, auf dem er so erfolgreich ist, auch kritisch hinterfragt, konnte aber höchstens in Nebensätzen eine Reflexion dessen erkennen, was er für ein "statusgieriges Show-off-Business" hält.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 15.06.2019

Swantje Karich hat die Autobiografie, die der blinde Galerist Johann König zusammen mit dem Autor Daniel Schreiber verfasst hat, tief beeindruckt: Einerseits konnte sie hier von dem großen Ego eines der wenigen jungen Menschen lesen, die Deutschland auf dem globalen Kunstmarkt behaupten. Andererseits ist die Lebensgeschichte dieses Mannes, der bis zu seinem zwölften Lebensjahr in seiner Familie gelernt hat, die Welt durch die Augen der Kunstliebhaber wahrzunehmen, um dann zu erblinden, für die Kritikerin Einsicht in eine faszinierende Wahrnehmungsweise: König könne unfassbar anschaulich von einer fast vollkommenen Erblindung berichten, staunt die Rezensentin.

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