Religion ist wieder ein großes öffentliches Thema, das auch kirchenferne Menschen intensiv beschäftigt und innerlich aufwühlt. Johann Hinrich Claussen zeigt, weshalb sich das vielfach totgesagte Christentum selbst in der stark säkularisierten deutschen Gesellschaft so hartnäckig hält. Claussen hat eine pointierte, ebenso kundige wie streitbare Auseinandersetzung mit dem religiösen Leben in der Bundesrepublik vorgelegt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.02.2007
Beeindruckt zeigt sich Lucian Hölscher von Johann Hinrich Claussens Buch über das religiöse Leben in der modernen Gesellschaft, das sich an Gläubige wie Nichtgläubige wendet. Er bescheinigt dem protestantischen Theologen, ganz "unakademisch", ja "geradezu süffig" zu schreiben und sich mit dem Christentum aus diversen Perspektiven auseinander zu setzen. So beschreibe Claussen viele Situationen, in denen Nichtchristen heute wieder auf die Religion aufmerksam werden - wie das Bedürfnis nach stillen Kirchenräumen in der Großstadt, die Ausstrahlungskraft des Papstes, die Begegnung mit einem Bibel lesenden Ausländer in der abendlichen U-Bahn. Gelungen scheinen Hölscher hier die kenntnisreichen Schilderungen von Ansatzpunkten zu religiöser Rück- und Neubesinnung, aber auch von Widerständen der säkularen Gesellschaft gegen die Kirchen. Lobend äußert er sich über Claussens "sensible" Analysen der modernen religiösen Befindlichkeit. Als "meisterhaft" würdigt er schließlich eine Reihe von kurzen historischen Skizzen etwa zur religiösen Kultur der Aufklärung oder zur Funktion und Bedeutung des Konzepts der "Volkskirche".
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