Jörg-Uwe Albig

Land voller Liebe

Roman
Cover: Land voller Liebe
Tropen Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783932170881
Gebunden, 230 Seiten, 18,80 EUR

Klappentext

Im Herbst 1989 reist der Consultant Roger Beeskow auf eine karibische Insel, um dort einen westdeutschen Industriellen zu beraten. Während er sich in die junge Frau seines Mandanten verliebt und seine früh erkaltete Ehe aufs Spiel setzt, gerät auch sein Heimatland aus den Fugen: Anders als in der historischen Wirklichkeit stößt hier der westliche Kapitalismus der 80er Jahre so heftig an seine Grenzen, dass die Menschen auf die Straße gehen. Die BRD scheint auseinanderzubrechen, noch bevor es zu einer Wende im Osten kommen kann. Roger blickt zurück auf sein Leben in einem System, das ihn zur Stütze einer kalten Ökonomie gemacht hat. "Land voller Liebe" ist die Geschichte eines untergehenden Landes: der BRD. Jörg-Uwe Albig erzählt von Freundschaft und Liebe in einer Welt, in der alles im gleißenden Licht der Ökonomie erstrahlt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.02.2007

Beachtlich und mühsam zugleich findet Ijoma Mangold das Buch. Überrascht hat ihn die Plausibilität einer "Wiedervereinigung andersrum", bei der die alte Bundesrepublik untergeht. Angenehm, wenn auch im Effekt unheimlich erscheint ihm Jörg-Uwe Albigs Entscheidung, dieses Gedankenexperiment nicht kabarettistisch auszuschlachten, sondern es "hochpoetisch" und feinfühlig in Form einer "sprachlichen Halluzination" durchzuführen. Was dem Buch fehlt, weiß Mangold allerdings auch: Der Plot. Und das ist das Anstrengende für den Leser.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2006

Eine sanfte Revolution hat dem zweiten deutschen Staat den Garaus gemacht. Es bleibt, wiedervereinigt, eine gesamtdeutsche DDR. Dies die ein klein wenig kontrafaktische Prämisse des zweiten Romans von Jört-Uwe Albig - und was der Autor, der sich mit seinem Buch in die Tradition historischer Alternativszenarien stellt, mit dieser Prämisse anzufangen weiß, das findet der Rezensent Richard Kämmerlings schon einigermaßen beachtlich. Ins Zentrum der Geschichte stellt Albig einen gewiss reformbereiten, aber doch überzeugten Kapitalisten, der nun einsehen muss, dass die Menschheit für die große Idee des Marktes noch nicht reif ist. Von allen allzu plumpen Pointen, überhaupt von "wohlfeiler linker Systemkritik" halte sich der Autor fern, vielmehr habe er ziemlich ernsthaft etwas dem Brechtschen Verfremdungseffekt Ähnliches, somit: Aufklärung im Sinn. Aufklärung über die Verhältnisse, in denen wir leben, aus der Perspektive einer Entwicklung, die sie nicht genommen haben. Vom letzten Romandrittel abgesehen, das seiner Meinung nach auch etwas straffer hätte ausfallen dürfen, hatte der Rezensent offenkundig sein Vergnügen.
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