Jörg Meier

Staatsfeinde oder SchwarzundWeiß

Eine literarische Reportage aus dem Kalten Krieg
Cover: Staatsfeinde oder SchwarzundWeiß
Chronos Verlag, Zürich 2002
ISBN 9783034005531
Broschiert, 274 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Manfred Züfle. In dem Jahr, in dem die Mauer fiel, stieß eine Parlamentarische Untersuchungskommission in der Schweiz auf 900.000 Fichen. Nur kurze Zeit später begrub der dicke Staub der schnellen Zeit den eidgenössischen Jahrhundertskandal. Jahre danach zogen Abertausende ihre bundespolizeilich beglaubigte Biografie aus eingeschriebenen Couverts, wurden in längst vergangene Tage zurückgerissen und mit Beschattungsrealitäten konfrontiert, die ihnen damals verborgen geblieben waren. Unter ihnen die ProtagonistInnen von Jürgmeiers literarischer Reportage über den Kalten Krieg. In den aufgrund von ausführlichen Gesprächen und Staatsschutzakten verfassten Berichten folgt Schwarz im Auftrag von Weiß (beides fiktive Erzählfiguren) den Spuren derer, die bespitzelt oder auch übersehen wurden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.08.2002

Der C.W. zeichnende Rezensent bemüht sich sichtlich, dieser "literarische Reportage" Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Denn der Kalte Krieg hinterließ auch in der Schweiz seine Spuren. So wurden auch dort Linke vom Staatsschutz observiert und ihre Aktivitäten auf Fiches festgehalten. Autor Jürg Meier zeichne Einzelgeschichten nach und zitiere dabei immer wieder aus den Akten des Staatsschutzes. Eingerahmt werde das ganze von der selbstreflexiven Erzählung SchwarzundWeiß. Ideale und Schwächen dieser Zeit werden dabei anhand der Aussagen der sechs sehr unterschiedlichen Hauptpersonen deutlich, die hier zu Wort kommen. Teilweise bleibt das Politische dabei fragmentarisch, während das Alltägliche relativ viel Raum zugestanden bekommt, was der Rezensent allerdings nicht als Schwäche ansieht. Sein Fazit: viele kritische Fragen, wenige selbstkritische Antworten, aber sehr viel Aufschlussreiches in beidem.

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