General Guisan lancierte während des Zweiten Weltkriegs im Zeichen der geistigen Landesverteidigung die Organisation Heer & Haus und dazu einen Aufklärungsdienst. Dieser sollte den Widerstandsgeist im Volk stärken und in Erfahrung bringen, was die Bürgerinnen und Bürger denken. Zu diesem Zweck wurden in den Städten und Dörfern Tausende von Vertrauensleuten aus allen Bevölkerungsschichten rekrutiert, die zu berichten hatten. Einige Hundert von Zehntausenden Rapporten wurden nun erstmals ausgewertet und bilden thematisch gegliedert den Schwerpunkt der Publikation zusammen mit den kritischen Erläuterungen des Autors. Man ärgerte sich über die schamlose Preistreiberei der Bauern, den preussischen Gesangsstil in der Armee, das langweilige Programm von Beromünster. Man rief nach der Todesstrafe, nach der AHV, nach einer harten Hand gegen die Fröntler. Man denunzierte den Nachbarn, ärgerte sich über Juden, sah im Internierten den Weiberhelden. Man war patriotisch. Solche Gefühle, Forderungen, Haltungen drücken die Rapporte aus, welche die Vertrauensleute nach Bern sandten - in Erfüllung ihrer Pflicht, laufend über die Stimmung im Land zu berichten. Es sind Wortmeldungen, die frisch aus der damaligen Gegenwart springen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.07.2015
Viel Platz für weitere Forschungen sieht Philip Rosin in der Auswertung von Briefen an den Schweizer Aufklärungsdienst von Heer & Haus im Zweiten Weltkrieg, die der Historiker Jürg Schoch hier zusammengestellt hat. Die thematische Breite scheint Rosin enorm, es geht um Ernährungslagen und die Furcht vor der deutschen Invasion, um das Ansehen der Sowjets und allgemein den Alltag der Schweizer 1940-45, erklärt Rosin. Die Präsentation sieht er kritisch. Ein Mehr an analytischer Einordnung der großzügig zitierten Korrespondenzen hätte er sich gewünscht.
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