Der Journalist und Historiker Jochen Thies erhielt als einer der ersten Zugang zu den Nachlässen der fünf Enkel, er erforschte die tragische Lebensgeschichte von Herbert von Bismarck, und er kommt selbst bei der Kindheit und Jugend von Otto von Bismarck zu neuen Erkenntnissen und Forschungsergebnissen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2013
Auf ein geteiltes Echo stößt diese Geschichte der Bismarck-Dynastie beim Rezensenten Michael Epkenhans. Hoch rechnet er dem Autor Jochen Thies zunächst einmal an, wie differenziert er die Nachfahren des Reichskanzlers darstellt, die sich in der Weimarer Republik doch sehr schwer damit getan haben, ihren Platz in einem demokratischen Gemeinwesen zu finden. Aristokratisches Anspruchsdenken, undemokratische Gesinnung und charakterliche Schwächen kamen hier ungut zusammen und machten einige Abkömmlinge zu Hitlers willigen Steigbügelhaltern. Dass sich in der Bundesrepublik vor allem der Jarchliner Zweig der Familie kritisch mit der eigenen Geschichte auseinandersetzte, sieht der Rezensent von Thies ebenso berücksichtigt wie die Partylöwen und Grundbesitzer aus anderen Linien. Nicht einverstanden ist der Rezensent allerdings mit der Schlussfolgerung des Autors, Deutschland müsse wieder seinen historischen Adelsgrößen mehr Respekt zollen. Bei Otto von Bismarck (oder auch Klaus von Bismarck) sieht Epkenhans da keinen Mangel, bei anderen allerdings keinen Grund - angesichts ihres schlechten Benehmens in historisch entscheidenden Momenten.
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