In seinem neuen, zehnten Gedichtband folgt Jochen Kelter den inneren und äußeren, den geografischen Stationen eines lyrischen Ichs, begangenen oder erdachten, vom heimischen See, durch "Oberland, Unterland" über die "Dalmatinische Küste" bis nach Delhi und auf "Die andere Seite der Welt". Dabei wird ausgelotet, wie die Orte als Teile der Welt auf das Ich denn wirken, das Ich auf seine Umgebung abfärbt. Dahinein gewoben sind Vergangenheit, Freunde - "Schatten klar und durchsichtig / deutlich wie nie" -, der heillose Zustand dieser Welt und die Zeit, die wir in ihrem Vergehen kaum begreifen: "Zeit erfahren wir allein / in Sommerbäumen // in denen sie Abwesenheit ist..."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.02.2007
Der Band ist nichts für Poesie-Fundamentalisten, warnt Angelika Overath den Leser. Ihr selbst hat Jochen Kelters bescheidener, prosanaher Ton allerdings ganz gut gefallen. Ruhig erscheinen ihr die Texte zwischen Gedanken- und Naturlyrik zu pendeln und nur selten stößt sie ein "mutwilliges Enjambement" aus dem Takt. Bachmann, Hölderlin, Mörike, denkt die Rezensentin und wünschte sich von Kelter nur manchmal ein bisschen mehr Poesie und weniger Reflexion.
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