Reisen, Erinnern, Meditieren - Gedichte von Joachim Sartorius. Er bleibt darin seinen großen Themen treu. Das sind die Sinnlichkeit und die Vergänglichkeit, die körperliche Liebe und ihr großer Bruder, der Tod. So mündet dieser Band in einen Totentanz, in eine furiose Fahrt ins Totenreich. Trost spendet die Kunst. Viele der neuen Gedichte befassen sich mit realen oder imaginierten Bildern und singen Hymnen auf die visionäre Kraft der Malerei. Wieder ist der Orient präsent. Die 'Städte des Ostens' sind fremde Orte, Grenzübergänge zu intimen Topographien; sie führen in ein riskantes, exquisites Metapherngelände. Das Reisen, das schmerzlich intensive Erinnern und das Meditieren 'Am Arbeitsplatz' sind für Joachim Sartorius allesamt vielschichtiger Ausdruck für das Schreiben und geben Antwort auf die von ihm hartnäckig gestellte Frage nach dem besonderen Ort, den das Gedicht bereit stellt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.04.2009
Über Namen und die Geheimnisse, die, je weniger sie einem sagen, in ihnen stecken, denkt Rezensent Hans-Herbert Räkel erst einmal nach. Namen wie, aus Joachim Sartorius? Gedichten, "Kerkennah" (tunesische Inselgruppe) nur zum Beispiel. Und wie sich solche mit Geheimnis aufgeladenen Namen von jenen unterscheiden, die nur dem Dichter selbst etwas sagen, etwa der "Sanzelize Club". Ums Verstehen und Nichtverstehen also, so Räkel, geht es in den Gedichten von Sartorius, ums gelungene und manchmal auch nicht so gelingende Aufladen der Dinge der Welt mit Geheimnissen. Für wie großartig der Rezensent das "tiefere Nichtverstehen" hält, von denen diese Gedichte handeln, das erschließt sich bei der Lektüre der Besprechung freilich nur sehr bedingt.
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