Kommissar Claudius, der geborene Kölner und eingeschworene Fan des 1.FC Köln, muss zu seinem Leidwesen seinen Dienst in Düsseldorf ableisten. Und das, obwohl ihm das Düsseldorferische an sich schon immer unheimlich war. Claudius ist ein kantiger, gemütvoller Sonderling, ein nach dem frühen Tod seiner Frau irgendwie schon resignierter, liebenswerter und spleeniger Einzelgänger. Vor allem ist er aber eines: ein ganz hervorragender Ermittler, mit dem richtigen Riecher in diffizilen Fällen. Und tatsächlich: so einfach, wie es am Anfang aussieht, ist es nicht, sondern die Geschichte entwickelt sich zu einem spannenden, immer verzwickter werdenden Fall, der unserem linksrheinischen Inspektor Colombo beste Einblicke in die besseren (und auch weit weniger gut beleumundeten) Düsseldorfer Kreise gibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.06.2007
Rezensent Hardy Reich scheint nach Lektüre dieses 650-Seiten-Romans von Joachim Hammann reichlich erschöpft und wenig begeistert. Der studierte Philosoph und bisher als Drehbuchautor und -Doktor in Erscheinung getretene Verfasser lässt es in seinem Krimi, in dem zwei Brüder durch den Mord an ihren Eltern vorzeitig an ihr Erbe zu gelangen suchen, an "Respekt" für das Genre fehlen, meint der Rezensent, der ein Indiz dafür wohl darin sieht, dass der den Doppelmord aufklärende Kommissar Claudius und seine Helfer über Gott und die Welt schwadronieren und es auch nicht an öden Belehrungen der Leser fehlen lassen. Dass die Reflexionen des Kommissars dann nicht mal nennenswertes Niveau erreichen, konstatiert der Rezensent ebenfalls ungnädig. Er ist davon überzeugt, dass hier auch kein beherzter Lektor hätte helfen können, denn seiner Ansicht nach hätte der Autor sich sein 650-Seiten-Werk, das, wie der Titel schon anzeigt, das "Universelle" im Auge hat, nicht kürzen lassen.
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