Joachim Fest

Die unbeantwortbaren Fragen

Gespräche mit Albert Speer
Cover: Die unbeantwortbaren Fragen
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2005
ISBN 9783498021146
Gebunden, 192 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Albert Speer bleibt die rätselhafteste Persönlichkeit der NS-Führungsspitze. Er war der Chefarchitekt des Dritten Reiches und Adolf Hitlers enger Vertrauter. Speer baute die Reichskanzlei, erfand die "Lichtdome" und wurde schließlich 1942 zum Rüstungsminister ernannt. Doch er selbst bezeichnete sich als "unpolitisch", nannte Hitlers Judenhass eine "Schrulle", und die Verschwörer des 20. Juli setzten Speers Namen auf ihre Kabinettsliste.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.04.2005

Klaus Podak hat sich gleich drei neue Bücher über Albert Speer vorgenommen und er stellt anerkennend fest, dass man nicht mehr auf sie "verzichten können" wird. In "Die unbeantwortbaren Fragen" hat Joachim Fest, Lektor und Redakteur der Lebenserinnerungen Speers und Autor dessen Biografie, Gespräche mit Hitlers Architekt und Rüstungsminister versammelt. Es ist ein "Buch über Lug und Trug" und dennoch "aufschlussreich", so der Rezensent. Wiewohl Fest immer gespürt habe, dass Speer ihm Lügen auftischt, habe er darüber dennoch nie "Gewissheit" erlangen können, erklärt der Rezensent. Exemplarisch sieht er deshalb in diesem Band die "Täuschung" die Geschichtsschreibung, aber auch die "Enttäuschung", die das für den Historiker bedeutet, demonstriert. Dies macht das vorliegende Buch für Podak dann auch "für weitere Diskussionen unentbehrlich", wie er lobt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.03.2005

Auch wenn sein Image als "anständiger Nazi" längst als irrige Verklärung enttarnt ist, Albert Speer bleibt ein "Faszinosum", erklärt Rezensent Christoph Jahr. Im vorliegenden Band, der die gemeinsam mit Wolf Jobst Siedler geführten Gespräche mit Albert Speer dokumentiert und kommentiert, erscheine Speer als jemand, der auf die Fragen "mit beinahe reflexhafter 'Schuldbereitschaft bei gleichzeitiger Unfähigkeit, ihr analytisch zu begegnen'" und als "ein Gefangener hochsinnig gestanzter Formeln" antworte. Seine Neigung zum Pathos habe der "Meister der Inszenierung und Selbstinszenierung" Speer begünstigt, insofern als es ihm nach 1945 gelang, "auch als Sünder der Erste zu sein". Insgesamt erschließt der Band in den Augen des Rezensenten jedoch nichts wirklich Neues, was die Zeit zwischen 1933 und 1945 anbelangt. Vielmehr erhärtet sich nach Meinung des Rezensenten der Verdacht, Hugh R. Trevor Ropers Behauptung, Speer sei "nicht bösartig oder niederträchtig, sondern einfach nur 'leer'" sei zutreffend. Eindeutige Zustimmung von Seiten des Rezensenten erfährt schließlich Joachim Fests Einsicht, "dass 'gerade in dem unausmessbaren Unterschied zwischen der kultivierten Erscheinung und der fatalen politischen Rolle Speers' das eigentlich Beunruhigende liegt".
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