Als er die Nachricht vom Tode seines Vaters erhält, fährt Yoichi zu dessen Beerdigung in seinen Heimatort Tottori. 15 Jahre hat er seine Familie nicht mehr besucht, bestrebt die Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend zu verdrängen. Nun erweist er seinem Vater bei der Totenwache die letzte Ehre - und verblasste Erinnerungen werden wieder lebendig. Die Gespräche im Kreise der Verwandten revidieren seine festgefahrenen Ansichten, machen Schuldzuweisungen nichtig. Vor Yoichi entfaltet sich ein neues Bild seines Vaters.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.04.2008
Ganz begeistert zeigt sich Christian Schlüter von Jiro Taniguchis Comic "Die Sicht der Dinge", der in seinen Augen dem meisterhaften Vorgänger "Vertraute Fremde", für den der Autor als bester Szenarist auf dem Comic-Festival in Angouleme ausgezeichnet wurde, ebenbürtig ist. Im Mittelpunkt sieht er einen Grafiker aus Tokio, der in seinen Heimatort zurückkehrt, um an der Beerdigung seines Vaters teilzunehmen, mit dem er sich vor langer Zeit überworfen hatte. Er hebt hervor, dass es bei der einsetzenden Wiederannäherung an die Vergangenheit, nicht um eine Versöhnung, wohl aber um die Erweiterung der Geschichte um eine "andere Sicht" geht. Dabei wird seines Erachtens nicht nur der Konflikt zwischen den Generationen thematisiert, sondern auch das Verhältnis zwischen Moderne und Tradition in Japan. Tief beeindruckt haben ihn Taniguchis Zeichnungen. Er lobt sie als "ruhig", "geradezu makellos präzise", ohne "reißerische Effekte". Sein Fazit: ein "großartiges Buch".
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