Wer nimmt sich heute noch die Zeit, sich einen Baum in der Großstadt anzuschauen? Um einfach Vögel zu beobachten, oder in Pfützen zu spielen, nachdem es geregnet hat? Der spazierende Mann holt uns aus dem hektischen Leben heraus, nimmt sich Zeit und Muße für die kleinen Dinge des Lebens. Er lädt uns auf seinen stillen und oft einsamen Runden dazu ein, sein Glück zu teilen und uns mit ihm den Zufällen und kleinen Überraschungen des täglichen Lebens auszusetzen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.06.2009
Beinahe wäre Thomas von Steinaecker ins Meditieren gekommen beim Anschauen der ruhigen, durchrhythmisierten Bilder von Jiro Taniguchi. Ungläubig zuerst, ob das funktionieren kann, ein Manga fast ohne Worte, ein flanierender Protagonist, eine Handlung aus lauter Nebensachen, kurz ein Comic-Band im Stil eines Handke-Textes. Dann staunend über die Intensität des vor 15 Jahren in Japan erschienenen Buches und über Taniguchis geschicktes Spiel mit östlichen und westlichen Vorbildern (von Hokusai bis Moebius), freut sich Steinaecker, dass hier Kunst ganz klar gewinnt gegen den bei einem solchen Unternehmen immer drohenden Kitsch.
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