Jens Schröter (Hg.), Gregor Schwering (Hg.), Urs Stäheli (Hg.)

Media Marx

Ein Handbuch
Cover: Media Marx
Transcript Verlag, Bielefeld 2006
ISBN 9783899424812
Kartoniert, 404 Seiten, 29,80 EUR

Klappentext

Globalisierung und Neoliberalismus prägen das Gesicht der Gegenwart. Dies löst auch ein neues Interesse an den Arbeiten von Karl Marx aus, die in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts (und erst recht nach dem Kollaps des real existierenden Sozialismus) als unberührbar galten. Dabei kann einerseits davon ausgegangen werden, dass Marx bereits vor 150 Jahren heute aktuelle Prozesse beschrieben und ihre Strukturen problematisiert hat. Andererseits gehören zum Prozess der Globalisierung untrennbar auch "die Medien" sowie der sich weiter ausbreitende Diskurs darüber. "Media Marx" möchte zwischen Marx und den Medien vermitteln. Geordnet entlang der verschiedenen Medien werden dabei sowohl relevante Passagen bei Marx selbst als auch einschlägige Positionen der späteren marxistischen Theoriebildung zusammengetragen und diskutiert. In diesem Sinn bietet das Handbuch einen konzentrierten wie orientierenden Beitrag zur Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen marxistischen Denkens in der Medientheorie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.08.2006

Gottfried Oy meint, ein Buch wie der Sammelband "Media Marx", der marxistische Medientheorie untersuchen will, hat es heute, wo marxistische Ansätze ohnehin unpopulär sind, schwer, und auch bei ihm regt sich einiger Widerstand. Insbesondere am Beitrag von Sigrid Baringhorst und Simon Holler zu den Besitzverhältnissen deutscher Medienkonzerne kritisiert er die einseitige Konzentration auf die Frage, ob sich die Medien in deutscher oder in ausländischer Hand befinden. Denn der Aspekt der Nationalität bei den Eigentumsverhältnissen sei auch bei Marx eher nebensächlich, ihn habe vor allem die "Sprengkraft" des Kapitalismus und der Klassenkampf interessiert, so der Rezensent. Zwar würdigt er die große Vielfalt der analysierten Medien und Medientheorien, bedauert aber, dass aus der Praxis der Medienproduktion nichts in diesem Band zu lesen ist. So bleibt diese marxistische Mediengeschichte schließlich "blutleer", moniert Oy.
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