Berlin, Ende der zwanziger Jahre. Die Hirsch Kupfer und Messingwerke entwickeln ein Fertighaus - aus Kupfer, dem wetterbeständigen Material aus der eigenen Fabrik. Walter Gropius wird mit der Verfeinerung der Entwürfe beauftragt, die Häuser haben Namen wie "Kupfercastell" und "Frühlingstraum". Doch dann kommen die Weltwirtschaftskrise und die Machtübernahme Hitlers, plötzlich heißen die Fertighäuser nun "Jerusalem" und "Libanon". In einer Anzeige in der Jüdischen Rundschau inseriert die Firma: "Nehmen Sie ein Kupferhaus mit nach Palästina. Sie wohnen bei größter Hitze in kühlen Räumen." Friedrich von Borries und Jens-Uwe Fischer haben sich in Deutschland und Israel auf die Spuren der Erbauer und Bewohner der Kupferhäuser gemacht und mit ihnen darüber gesprochen, was Heimat heute für sie bedeutet.
Friedrich von Borries' und Jens-Uwe Fischers Buch "Heimatcontainer" erzählt nach Ansicht von Rezensentin Anja Maier ein spannendes Stück deutsche Architekturgeschichte: die Geschichte der in den 1930er Jahren von Bauhaus-Gründer Walter Gropius und den Hirsch Kupfer- und Messingwerken (HKM) entwickelten aufsehenerregenden Kupfer-Fertighäusern. Diese ist in ihren Augen nicht nur architekturgeschichtlich höchst interessant, sondern auch sozialgeschichtlich. Während die Häuser in Deutschland kaum Abnehmer fanden, wurden viele davon an nach Palästina emigrierten Juden verkauft. Maier hebt hervor, dass Borries und Fischer Bewohner von heute noch stehenden Kupfer-Häusern in Israel besucht haben. Die Geschichte dieser Häuser, die ihnen dort erzählt wurden, so die Rezensentin, sind "Geschichten von Flucht und Abenteuer, von Demütigung und Verlust".
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