Nach seinem brutalen Eroberungszug im Jahr 2014 herrscht der "Islamische Staat" heute über mehr als fünf Millionen Menschen und eine Fläche von der Größe Großbritanniens. Er ist weit mehr als die gefährlichste Terrorgruppe der Welt. Er ist eine Macht, die ein zuvor ungekanntes Maß an Perfektion zeigt - in seinem Handeln, seiner strategischen Planung, seinem vollkommen skrupellosen Wechsel von Allianzen und seiner präzise eingesetzten Propaganda. Der Glaube wird von den Dschihadisten zwar demonstrativ zur Schau getragen, ist für die Strategen des IS jedoch nur eines unter vielen Mitteln, ihre Macht zu erweitern. Christoph Reuter zeigt, wie der IS so große Gebiete in Syrien und im Irak erobern konnte und wer den Dschihadisten dabei in die Hände spielte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.10.2015
Was der Spiegel-Korrespondent Christoph Reuters hier auf Basis von Interviews und Dokumenten über den IS zu berichten hat, beantwortet dem Rezensenten Igal Avidan manche brennende Frage zur Erfolgsgeschichte der Terrormiliz. So erfährt Avidan, dass der IS mitnichten glaubt, sondern vor allem wie eine gut geölte Propagandamaschine und ein islamistisches Joint Venture im Namen einer islamischen Utopie funktioniert. Das Buch besticht laut Rezensent durch hervorragende Recherche, klare Analysen und eine lebendige Schreibe. Allein Reuters Meinung, dass der IS von innen kollabieren wird, scheint ihm derzeit allzu optimistisch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2015
Der Journalist Christoph Reuter hat mit "Die Schwarze Macht" ein Buch geschrieben, dass aus den bisherigen Arbeiten über den Islamischen Staat herausragt, lobt Christoph Ehrhardt. Reuter habe schon lange in Syrien gearbeitet und recherchiert und jetzt mithilfe von Kollegen das reichhaltige Material zu einer beeindruckenden Beschreibung zusammengefasst, so der Rezensent. Der IS habe von alten Kadern der Sicherheitskräfte des Saddam-Hussein-Regimes Geheimdienststrukturen übernommen und verbinde erstaunlich effizient den "Furor der Fußvolks" mit dem äußerst planvollen Vorgehen von Sicherheitstechnokraten, erfährt Ehrhardt. Vor größere Probleme dürfte den IS allerdings der spätere Machterhalt in eroberten Regionen stellen, da sie sich in ihrem Herrschaftsbereich kaum anders verhalten als andere gewaltbereite Diktatoren, was das Heilsversprechen langfristig infrage stellen dürfte, stimmt der Rezensent Reuter zu.
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