Maryam A. ist Mitte zwanzig, als sie 2014 mit ihrem Mann nach Syrien reist, um sich dem "Islamischen Staat" anzuschließen. Doch das Leben im "Kalifat" ist nicht geprägt von Glauben und Gemeinschaft, wie sie sich erhoffte. Stattdessen erlebt sie Terror, Gängelung und ständige Bombardierungen sowie den zermürbenden Kleinkrieg der Dschihadisten untereinander. Unter Lebensgefahr gelingt es ihr zu fliehen, aber bis heute muss sie versteckt in Nordsyrien leben - während die Hoffnung auf eine Rückkehr nach Deutschland schwindet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.12.2017
Interessiert hat Rezensent Matthias Hertle diesem von dem Journalisten Christian Reuter verfassten Bericht über eine Frankfurter Salafistin gelesen. Der Kritiker lernt hier eine "schlichte", dem eigenen Leben "gleichgültig" gegenüberstehende junge Frau kennen, die ihren Mann ins IS-Kalifat begleitet, den Haushalt macht, während er an der Waffe ausgebildet wird und sie sich mit anderen Ehefrauen von Dschihadisten per Whatsapp darüber amüsiert, wie junge Jesidinnen im Internet als Sexsklavinnen verkauft werden. Plastisch vermittelt Hertle dem Rezensenten zudem, wie die junge Frau nach kurzer Zeit aus dem Kalifat flüchtet.
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