Marketingbudgets in der Nähe des Gefrierpunktes, Marketingleiter in der Furcht vor dem Shareholder und der Finger der 14 - 49-Jährigen an der Fernbedienung - keine leichte Zeit für die Werbung. "Bitte andere Werbung!", fordert Jean Etienne Aebi, der die Szene seit weit über 30 Jahren kennt. An den Wänden kein Platz mehr für Auszeichnungen, den Blick geschärft durch unzählige Jurys. Wenn man so viel erreicht hat, kann man getrost viele, viele Beispiele von anderen als Beweis des Gesagten und als Verneigung vor Spitzenleistungen mit in sein Buch aufnehmen. Und man kann aus der Vergangenheit lernen. Man kennt (und verrät) die Fehler, die es macherseits zu vermeiden gilt. Ja, man weiß auch, was auftraggeberseits besser laufen sollte und hat den Mut, das zu sagen! Und man kann mit Beispielen untermauert Tipps geben, wie man Werbung morgen erfolgreicher macht, eben wenn man sie anders macht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.02.2004
Wie schleust man eine Botschaft durch den "unsichtbaren Filter" im Kopf des Konsumenten, der 99 Prozent der Botschaften löscht, die ihn tagtäglich erreichen, fragt sich Karl Lüönd und präsentiert mit dem Buch des Werbetexters, Art und Creative Directors Jean Etienne Aebi gleich ein paar Antworten. Aebi unterscheidet vier Arten von Werbung - die "Sachliche", die einen Produktvorteil vermittelt, die Behauptende, die einen "indirekten, psychologischen Produktnutzen" (Jugendlichkeit etc.) verspricht, jene Werbung, die "Bilder und Botschaften listig im Unterbewusstsein der Konsumenten verankert" und schließlich die kreative Werbung. Nur diese letzte Form, die die Werbung selbst zum Ereignis macht, kann Aebi zufolge heute noch Erfolg haben, referiert Lüönd, denn: "Je werbeintensiver die Wirtschaft, desto werberesistenter das Publikum. Die Zielgruppen sind auf der Flucht". Den Erfolg dieses Konzepts belege der Autor in seinem "reich illustrierten" Buch, das das Zeug zum "Standardwerk" habe, sorgfältig anhand von Studien, lobt der Rezensent.
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