Jean Baudrillard

Das radikale Denken

Cover: Das radikale Denken
Matthes und Seitz, Berlin 2013
ISBN 9783882210422
Broschiert, 64 Seiten, 10,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Riek Walther. Mit einem Nachwort von Philipp Schönthaler. "Wir haben den Vorsprung der Ideen vor der Welt verloren, diese Distanz, die bewirkt, dass eine Idee eine Idee bleibt. Das Denken muss außergewöhnlich sein, antizipierend und außerhalb - der Schatten, den zukünftige Ereignisse werfen." Baudrillards im wahrsten Sinne des Wortes radikale Gedanken, in einem Nachwort verortet und ausgelegt von Philipp Schönthaler.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 26.10.2013

Isolde Charims Ärger darüber, dass hier lediglich die (als solche auch nur 20 Seiten umfassende) Langfassung eines Kapitels aus Baudrillards "Das perfekte Verbrechen" vorliegt und der Name des großen französischen Medienphilosophen auf dem Cover damit lediglich als Anschubhilfe für den eigentlichen Text des Bandes, einen Essay von Philipp Schönthaler, dient, verfliegt rasch, denn Schönthalers Darlegungen zum späten Baudrillard hat die Rezensentin dann doch mit großem Gewinn gelesen. Anders als der frühe Baudrillard, den Charim wegen seiner exzellenten Kulturanalysen schätzt, ist die Theoriebildung Baudrillards seit den späten 70ern nicht mehr auf Analyse, sondern auf ein Spiel mit der Sprache als solche aus: Um sich der Subsumierung jeglicher Zeichenproduktion unter das neoliberale Effizienzdiktat zu entziehen, zelebrierte er den "Abschied von der Realität" und damit, wie die Rezensentin Schönthalers Text entnimmt, eine Flucht vor dem Rationalisierungsprozess, der auch in der Kritik steckt, die damit das leistet, wogegen sie eigentlich anschreibt. Dass es hierbei nicht um den Rückzug ins Irrationale geht, fügt die Rezensentin sofort hinzu: Es handelt sich, und das unterstreicht auch der Autor, um ein auf die Herausbildung von Illusionen setzendes Spiel.

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