Jasna Zajcek

Kaltland

Unter Syrern und Deutschen
Cover: Kaltland
Droemer Knaur Verlag, München 2017
ISBN 9783426277188
Gebunden, 256 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Jasna Zajcek will wissen, welche Menschen aus Syrien nach Deutschland kommen, wie der Krieg sie geprägt hat, worauf sie hoffen, was sie antreibt. Sie unterrichtet als Deutsch-Lehrerin in Sachsen Flüchtlinge, recherchiert in Berlin und im Westen unter Pegida-Anhängern, "Gutmenschen" und Sozialarbeitern. Rechtspopulismus, Not der Zuwanderung oder Integration sind die Fragen, denen Zajceks Reportage auf den Grund geht. Mit harter Radiernadel zeichnet sie das Bild eines kalten Landes. Kaltland, denn das Geschäft mit den Flüchtlingen ist wichtiger als ein menschliches Willkommen. Kaltland, denn Angst und Ressentiments greifen auch unter liberalen Städtern um sich. Kaltland, denn viele Flüchtlinge sind schlecht ausgebildet, verbinden hohe Erwartungen mit geringer Lernbereitschaft, finden die Demokratie dubios und den CSD widerlich. Kaltland ist das Deutschland der Gegenwart.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.06.2017

Rezensentin Regina Mönch ist von der hohen Authentizität der Reportage der Journalistin Jasna Zajcek überzeugt. Nicht nur, weil die Autorin sich in den Herkunftsländern der Flüchtlinge, mit denen sie sich im Buch befasst, bestens auskennt, sondern auch, da sie aus eigener, als Deutschlehrerin gesammelter Erfahrung über die Zustände, die Probleme und den Alltag der Flüchtlinge im sächsischen Tipschitz berichtet. Die laut Mönch von "Gesinnungskommentaren" weitgehend freie Unparteilichkeit und Präzision des Berichts findet die Rezensentin bemerkenswert. Wenn Zajcek Dorfbewohnern, AfDlern und Helfern zuhört und aus der Heimküche berichtet, bekommt Mönch ein Bild davon, was es ist, das Angela Merkel gerne schaffen möchte.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.03.2017

Jasna Zajcek will nicht belehren, nicht erziehen, nicht aufwiegeln oder romantisieren, sondern berichten, womit sie den meisten Arbeiten, die sich mit der Flüchtlingskrise auseinandersetzen, bereits einen großen Schritt voraus ist, freut sich Rezensent Jan Feddersen. In ihrem Buch gibt sie weder Haltung noch Blickwinkel vor, stattdessen begibt sie sich mitten hinein, spricht mit Flüchtlingen, lässt diese zu Wort kommen, unterhält sich aber auch mit Pegidisten und AfDlern, lesen wir. Ihr Buch ist ein einfühlsames "Kompendium dieser Erlebnisse mit realistischen Reflexionen", frei von Klischees, klug, infomativ und unbedingt lesenswert, so der begeisterte Rezensent.