Das Mehrheitsparadox oder was passiert, wenn die Mitte der Gesellschaft das Gefühl hat, am Rand zu stehen
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2026
ISBN
9783421070616 Gebunden, 304 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
In diesem Buch beschreibt Jan Fleischhauer ein neues Phänomen, das für unsere Demokratie brandgefährlich ist: Wenn die Mehrheit der Gesellschaft das Gefühl hat, in der Politik und den Medien nicht mehr repräsentiert zu werden. Es ist das Mehrheitsparadox: Der Einzelne denkt, er sei mit seiner Meinung allein, und stellt dann überrascht fest, dass die meisten so denken wie er. Sie schweigen - aus Angst, lächerlich gemacht zu werden. Was die Mehrheit denkt, wie sie lebt und fühlt, ist gut erforscht. Aber es spielt, so zeigt uns der Autor an vielen Beispielen, kaum eine Rolle mehr in den Parteizentralen und Thinktanks, in der Justiz und bei den Journalisten, die darüber bestimmen, was wichtig ist und was nicht. Mit absurden Folgen: Bei der Bundestagswahl 2025 wählte die Mehrheit der Bürger die Regierung ab - und alles bleibt beim alten, jetzt nur mit viel mehr Geld und in doppelter Geschwindigkeit. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies für unsere Demokratie auf Dauer schiefgehen wird, ist ziemlich groß.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.05.2026
Rezensent Bernhard Heckler besucht Jan Fleischhauer in München Pullach und bespricht eher nebenbei dessen neues Buch. In diesem schreibt der Kolumnist anders als in früheren Werken weniger persönlich und konzentriert sich mehr auf aktuelle Debatten, erfahren wir. Die Kernthese: Die Mitte der Gesellschaft fühlt sich an den Rand gedrängt. Fleischhauer argumentiert, dass die Politik in Deutschland sich nach dem Ende der Scholz-Regierung nicht nennenswert geändert habe, was die Leute frustriere. Allerdings, darauf legt Heckler wert, ist Fleischhauer kein allzu seriöser Konservativer, wie ernst er seine Positionen meint, wird ihm auch in diesem Buch nicht wirklich klar. Dafür schlägt hier und da ein wenig Eitelkeit durch, bemerkt der Kritiker. Aber ernsthaft böse ist der insgesamt wohlwollende Rezensent weder Buch noch Autor.
Was passiert mit einem, der sich lange als Außenseiter stilisiert hat und nun plötzlich mit der Mainstreammeinung schwimmt? Dieser Frage geht Rezensent Martin Machowecz bei der Lektüre des neuen Buches von Jan Fleischhauer nach. Fleischhauers Geschäftsmodell war es lange, mit einigem Witz gegen linke, im politischen Diskurs dominante Glaubenssätze zum Beispiel in der Migrationspolitik und in Sachen Gendersprache anzuschreiben. Jetzt, da sich der Wind des Wählerwillens gedreht hat, stellt sich die Frage: wie weiter. Fleischhauer bedient immer noch die "Klassiker konservativer Erregung", so Machowecz, es geht um die vernachlässigte Landbevölkerung, gegen einschlägige Politikerinnen der Grünen und so weiter. Dennoch scheint der Autor gewisse Schwierigkeiten zu haben, sich in seiner neuen Rolle als Teil der Mehrheitsgesellschaft häuslich einzurichten, findet der Rezensent, der eine abschließende Beurteilung des Buches schuldig bleibt.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Ben Lerner: Transkription Aus dem amerikanischen Englisch von Nikolaus Stingl. Er reist an die US-amerikanische Ostküste, um das letzte Interview mit seinem neunzigjährigen Mentor Thomas zu führen,… Das große Buch vom Gemüse Herausgegeben von Odette Teubner, Andreas Miessmer und Hans-Georg Levin. In diesem umfangreichem Band findet sich das Wichtigste über Gemüsearten, Anbaumethoden, Garmethoden…