Gefährlich präzise nutzen Populisten unsere kulturellen Räume als Waffe. Von TikTok-Trends bis zu vermeintlich "hochkulturellen" Debatten - sie verwandeln Emotionen in politisches Kapital und verpacken menschenfeindliche Ideologien in unterhaltsame Formate.Gernot Wolfram entlarvt die manipulativen Techniken moderner Verführer, die mit Fake News, Stimmungs-Management und digitalen Inszenierungen unsere gesellschaftliche Wirklichkeit umdeuten. Erschreckend deutlich wird: Nicht die offensichtliche Propaganda ist die größte Gefahr, sondern die schleichende Normalisierung von Zynismus und Empathielosigkeit im kulturellen Alltag.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.12.2025
Ein starkes Buch mit einem allerdings gewichtigen Schönheitsfehler legt Gernot Wolfram Rezensent Marko Martin zufolge hier vor. Der Kulturwissenschaftler Wolfram beschäftigt sich mit Strategien der Neuen Rechten, die er aus einer internationalen Perspektive untersucht, AfD-Werbetexte kommen genauso vor wie der Spektakel-Wahlkampf des indischen Präsidenten Modi. Gemeinsam ist diesen Beispielen, dass Rechte Politik in ein Spiel verwandeln, das Fakten auf die Dauer in Beliebigkeit auflöst und Empathie ausschließt, liest der Rezensent. Was dagegen tun? Sich nicht im Elfenbeinturm beziehungsweise in der eigenen Bubble einschließen, empfiehlt Wolfram den Gegnern der Rechten, vielmehr sollte man Begegnungsorte schaffen, die für alle einladend sind und auch nicht immer defätistisch das bereits erreichte schlecht reden. Soweit ist Martin einverstanden, allerdings fragt er sich, warum Wolfram ein Thema komplett ausspart, nämlich den immer mehr um sich greifenden linken Antisemitismus. Es hätte diesem sonst klugen Buch gut getan, meint der Rezensent, wenn es dazu nicht geschwiegen hätte.
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