B. Traven ist ein literarisches Phantom. Ein Schriftsteller dieses Namens hat nie existiert. Ebenso wenig haben ein Ingenieur aus Chicago namens Traven Torsvan und ein Übersetzer namens Hal Croves je gelebt. Es sind, wie auch der Schauspieler und Autor Ret Marut, Aliasse eines deutschen Anarchisten namens Otto Feige, der sich viermal neu erfand. In seiner neuen Biografie löst Jan-Christoph Hauschild die letzten Rätsel des B. Traven.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.2019
Kai Sina nennt Jan-Christoph Hauschilds Biografie über den Schriftsteller und Verwandlungskünstler B. Traven wegweisend. Lesenswert erscheint ihm das Buch nicht zuletzt, da der Autor nicht nur Mythen und Geschichten um Traven kritisch überprüft und aus den Angeln hebt, sondern Traven als großen Trickster und Performancekünstler vor dem Hintergrund moderner Medienkultur darstellt. Für den Rezensenten ein Sprungbrett in eine reiche Assoziationswelt. Der auratische Anonymus der modernen Literatur kommt in dieser gewagten Lebensgeschichte laut Sina zu seinem Recht.
Der Historiker und Literaturwissenschaftler Jan-Christoph Hauschild zeichnet das Leben des Kult-Autors B. Traven sehr akribisch nach, schreibt Rezensent Tilmann Ziegenhain. Hauschild bringe endlich Licht ins Dunkel, wo bisher nur wenige Verbindungspunkte zwischen dem angeblich mexikanischen Schreiber sozialistischer Abenteuergeschichten, dem Schauspieler und Revolutionär der Münchner Räterepublik Ret Marut und einigen weiteren Persönlichkeiten bekannt waren, die Traven erfand, um sich selbst besser zu vermarkten. Das Resultat der "Detektivarbeit" liest sich dem Kritiker zufolge fast wie ein Krimi, der seiner Meinung nach hauptsächlich für Fans des rätselhaften Autors ein Vergnügen sein kann. Allen anderen rät er zu einer von Travens eigenen Geschichten.
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