Frank Schäfer

Henry David Thoreau

Waldgänger und Rebell. Eine Biografie
Cover: Henry David Thoreau
Suhrkamp Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783518467695
Gebunden, 252 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Wer war dieser Mensch, der, aufgewachsen als Sohn eines Bleistiftfabrikanten, in Harvard alte Sprachen studierte und die antiken Klassiker im Original las? Seine Karriere als Lehrer aufs Spiel setzte, weil er sich weigerte, seine Schüler mit dem Rohrstock zu malträtieren. Der sich, ein 28-jähriger menschenscheuer Junggeselle, zwei Jahre, zwei Monate und zwei Tage in eine selbstgebaute Blockhütte am Waldensee zurückzog, um außerhalb aller gesellschaftlicher Konventionen zu leben, und darüber ein Buch schrieb, das bis heute Pflichtlektüre für jeden Amerikaner geblieben ist: Walden. Der lieber ins Gefängnis ging, als die USA mit Steuergeldern für ihre Sklavenpolitik und den expandierenden Mexiko-Krieg zu unterstützen, und darüber sein Traktat "Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat" verfasste, das zum Kanon politischer Protestliteratur gehört. Frank Schäfers Biografie zeichnet das Porträt eines Mannes, dessen "Experimente" und Bücher die Welt verändert haben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2017

Rezensent Uwe Ebbinghaus jammert über die magere Ausbeute an guten Bücher anlässlich von Henry David Thoreaus 200. Geburtstag. Frank Schäfers Monografie etwa bietet ihm nichts Neues, nur die alten Anekdoten und Interpretationen, fade gewürzt mit ein paar Cliffhangern. Die eigentlich spannende Frage nach Thoreaus Haltung zur Sklaverei behandelt der Autor laut Rezensent leider auf allzu dürrer Materialbasis und dazu noch mit dem Gestus des Bescheidwissers und mit Hilfe von Küchenpsychologie, ts, ts. Über den Begriff des Transzendentalismus oder Thoreaus Stil erfährt Ebbinghaus nach eigenem Bekunden ebenfalls leider viel zu wenig bis nichts.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.06.2017

Rezensent Willy Hochkeppels Haltung zu Henry David Thoreau sowie zu dessem Biografen Frank Schäfer ist zwiegespalten. Eindeutig bewundert er Thoreaus Mut, seine poetische Prosa, die harsche Zivilisationskritik, die darin zum Ausdruck kommt und sein "exzentrisches und bewegtes" Leben, welches von Schäfer sauber und gut lesbar erzählt werde. Und trotzdem entwickelt die Geschichte "keinen Sog", so der enttäuschte Rezensent. Er hätte sich eine etwas kritischere Auseinandersetzung mit den problematischen Seiten Thoreaus gewünscht.
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