Der "gerechte Krieg" und seine widersprüchliche Bewertung - hochaktuelles wie klassisches Thema der Politischen Theorie - stehen im Mittelpunkt der vorliegenden Studie. Jan-Andres Schulze zieht bei der Frage nach der Legalität bzw. Legitimität des Vorgehens der USA gegen den Irak 2003 die bedeutendsten historischen und zeitgenössischen Theoretiker der Lehre des "gerechten Krieges" heran. Als Hauptzeuge dient ihm insbesondere der spanische Spätscholastiker Francisco de Vitoria, der als Begründer des Völkerrechts gilt. Denn viele Indizien und gemeinsame "Meta-Bedingungen" sprechen dafür, dass die Kriege im zivilisatorischen Altersstadium der Staaten eindrucksvolle Parallelen zu den Kriegen der fünfhundert Jahre zurückliegenden Entstehungsphase der Staaten - die Zeit Franciso de Vitorias - aufweisen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2006
Eine "anregende, wenn auch etwas feuilletonistisch geratene Studie" erblickt Rezensent Christian Hillgruber in diesem Buch von Jan-Andres Schulze über den Irak-Krieg 2003 im Lichte der Theorie vom gerechten Krieg. Schulzes Vergleich des Vorgehens der Vereinigten Staaten gegen den Irak mit der spanischen Conquista des 16. Jahrhunderts im Blick auf die in der spanischen Spätscholastik voll entfalteten Lehre vom gerechten Krieg findet Hillgruber gedanklich "reizvoll". Der Autor frage nach der legitima auctoritas, der iusta causa und der recta intentio: "Durften die Vereinigten Staaten ohne Ermächtigung des Sicherheitsrates Krieg führen?", formuliert der Rezensent die zentralen Fragen. "Waren die von ihnen angeführten Gründe valid, und darf demokratisches Sendungsbewusstsein als rechte Absicht gelten?" Einleuchtend findet Hillgruber die Ausführungen Schulzes, wonach die Überzeugung der eigenen moralischen Überlegenheit die Gefahr einer Illegalisierung der bekämpften Feinde nach sich zieht und moralische Kriegsbegründung zur unmoralischen Kriegführung führt.
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