Anna Melikov

Die Interpretation des völkerrechtlichen Gewaltverbots und möglicher Ausnahmen

Russische Doktrin und Praxis
Cover: Die Interpretation des völkerrechtlichen Gewaltverbots und möglicher Ausnahmen
Duncker und Humblot Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783428180974
Kartoniert, 362 Seiten, 99,90 EUR

Klappentext

Das Thema der Untersuchung ist in mehrfacher Hinsicht von zentraler Bedeutung. Die Interpretation des Gewaltverbots ist eine - wenn nicht "die" - Kernfrage des Völkerrechts. Das Thema wird aus der Sicht der Russischen Föderation und damit eines "dominant players" der internationalen Politik beleuchtet. Die Analyse beruht auf der Auswertung der russischen wissenschaftlichen Literatur, offizieller russischer Dokumente und Materialien sowie der relevanten russischen Gesetzgebung und Rechtsprechung und erfolgt damit gewissermaßen aus der Innenperspektive. Die russischen Positionen zu aktuellen Konflikten werden zudem in den historischen Kontext eingebettet; zugleich werden Spannungslagen zwischen Theorie und Praxis herausgearbeitet. Die Arbeit ist in drei große Teile untergliedert und umfasst die Vorgeschichte des sowjetischen Völkerrechts, das Völkerrecht in der Perestrojka-Zeit und das Völkerrecht der Gegenwart.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.01.2022

Rezensentin Cindy Wittke resümiert das auf einer Dissertation von 2018 basierende Buch von Anna Melikov. Die "Herkulesaufgabe" einer Darstellung des völkerrechtlichen Gewaltverbots in der Sowjetunion und im heutigen Russland meistert die Autorin laut Wittke weitgehend überzeugend. Dabei gelingt es Melikov unter anderem, auf Kontinuitäten und Widersprüche in der Auslegung hinzuweisen und in Fallstudien zu Interventionen der Sowjetunion in Ungarn, der Tschechoslowakei, Afghanistan und Tschetschenien oder im Rahmen des Schutzes russischer Bürger im Ausland ihr Thema zu vertiefen, teilt die Rezensentin mit. Kritisch sieht Wittke den vielfachen Hinweis auf die "Widerspruchsfreiheit" russischer und sowjetischer Positionen im Buch. Ein ausführlicheres Schlusswort, das sich auch dem Krieg in der Ostukraine und in Syrien widmet, hätte dem Band gut gestanden, findet Wittke.

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