James Ellroy

Hollywood, Nachtstücke

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2000
ISBN 9783455017922
gebunden, 240 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Thomas Mohr. In einer Atmosphäre, durch die der Geist der fünfziger Jahre zu wehen scheint, zeichnet Ellroy Lebensläufe und Gestalten, die ihre Illusionen längst verloren haben und dennoch an ihren Träumen festhalten. Ellroy erinnert sich an seine eigene Jugend, an die Filme dieser Zeit, an die Wünsche, die Wirklichkeit zu werden versprachen und im unbarmherzigen Licht der Glitzerwelt verblassten. Jede Nacht verliert der amerikanische Traum in Hollywood seine Unschuld, um am Morgen unbeschadet wieder den neuen Tag zu beginnen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.05.2000

Volker Marquardt erläutert dem Leser zunächst, mit was für einem Autorentyp er es bei James Ellroy zu tun hat. Dabei zählt er einige der berühmt gewordenen Provokationen Ellroys auf, der Political Correctness bei jeder sich bietenden Gelegenheit angreift und ein Faible für Schimpfwörter zeigt (`Schokos, Kanakerkarre, Negernippel, Mexenbraut`) - und einer Menge kaum übersetzbarer schlimmer Wörter, "von denen unsereins noch nie gehört hat". Auch das Trauma Ellroys, dessen Mutter einem Mord zum Opfer fiel, als er gerade zehn Jahre alt war, scheint für die Interpretation seiner Texte nicht unerheblich zu sein. Den vorliegenden Geschichten kann der Rezensent jedoch nur bedingt etwas abgewinnen: "Gerade als die monströse Welt aus Lügen, Mord und Intrigen erneut aufgebaut ist", ist die Geschichte des Fieslings und Akkordeonspielers Contino schon vorbei. Ähnliches gelte auch für die anderen Erzählungen. "Die kurze Distanz (...) ist nicht wirklich seine Sache", resümiert Marquardt. Allerdings mag er in der Geschichte "Ein kleines Glück" dann doch noch einen "filmreifen Showdown" erkennen. Und sogar Liebe! Auch wenn es nur die Liebe zum Bullterrier Basko ist, der vom Herrchen mit Kaviar und Brandy zärtlich verwöhnt wird.
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