Giovanni und Ditte Bandini. 1920 erschien der erste Kriminalroman von Agatha Christie. Seither haben sich ihre Bücher weltweit mehr als zwei Milliarden Mal verkauft. Jetzt haben die Erben von Agatha Christie erstmals der Veröffentlichung eines neuen Romans zugestimmt, der die beliebteste Figur der Schriftstellerin wieder zum Leben erweckt. Als im Londoner HotelBloxham drei Gäste vergiftet aufgefunden werden, ist Hercule Poirots Scharfsinn gefragt. Wer steckt hinger den wohlinszenierten Morden? Und was hat es zu bedeuten, dass man bei allen drei Leichen einen Manschettenknopf mit dem Monogramm PIJ findet? Ein kniffliger Fall, der Poirot zu Höchstleistungen anspornt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2014
Rezensent Jürgen Kaube geht ans Vergleichen. Anders als bei dem Original erkennt er bei Sophie Hannah, einer durchaus erfahrenen Thrillerautorin, und ihrem Poirot, etwas zu viel Theater und Selbstbespiegelung. Dafür, so meint Kaube, fehlt es dem Text an den von Agatha Christie gepflegten universellen Wahrheiten. Auch fallen die moralische und die technische Seite des Plots auseinander und machen die Geschichte unübersichtlich. Hannahs Lesetheater mit eifersüchtigen Dienstmädchen, adligen Malern und einem laut Kaube etwas begriffsstutzigen Assistenten überzeugt den Rezensenten nur bedingt.
Elmar Krekeler ist maßvoll beglückt mit dieser Wiederauferstehung des Hercule Poirot durch die Thrillerautorin Sophie Hannah. Dass der sozusagen postum entstandene Agatha-Christie-Krimi sich verkaufen wird, möchte Krekeler gar nicht bezweifeln. Nur spannend ist er halt nicht, meint er. Was die Erben vorgaben und die Autorin verarbeitet - eine typische Poirot-Story mit lauter Doppelungen, meint Krekeler, ist für den Rezensenten von einigen stilistischen Ausrutschern abgesehen ganz Poirotsche Denk- und Erzählmechanik, Mangel an psychologischer Schärfe inklusive. Man kann sich dabei sogar wohlfühlen, so als träfe man auf etwas Altbekanntes, erklärt Krekeler.
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