Aus dem Englischen übersetzt sowie mit einem Nachwort, Anmerkungen und einer Zeittafel versehen von Lutz-W. Wolff.
Durch einen Zufall lernt der Matrose Martin Eden die aus wohlhabendem Hause stammende Ruth kennen. Für ihn ist es Liebe auf den ersten Blick. Um der gebildeten jungen Frau auf Augenhöhe begegnen zu können, beginnt er ein ambitioniertes Selbststudium. Dabei entdeckt er seine Leidenschaft fürs Schreiben und beschließt, Schriftsteller zu werden. Doch kann er Ruth gewinnen und seinen Traum vom erfolgreichen Bestsellerautor verwirklichen?
Wie Martin Eden rang auch Jack London zeitlebens um seine Anerkennung als Künstler und bewegte sich dabei immer gefährlich nah am Abgrund. Auf seiner Yacht 'Snark' verfasste Jack London den stark autobiografisch geprägten Roman während seiner Reise in die Südsee, dem Ort, der auch zum Schicksalsort seines Protagonisten werden sollte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.12.2016
Rezensent Harald Eggebrecht rekapituliert das brennende Leben des Jack London. Dessen 1909 erschienener, nun von Lutz-W. Wolff "pointiert" neu übersetzter Roman, den London während einer Südseereise verfasste, wie der Rezensent weiß, lässt Eggebrecht nicht kalt. Die Geschichte eines Selfmademannes, dessen Aufstieg vom hartgesottenen Seefahrer in die Upperclass und zum Schriftssteller Eggebrecht an die Biografie ihres Autors erinnert, nimmt den Rezensenten sichtlich gefangen. Aufstieg und Absturz und vor allem das Ende der Figur erlebt er aus nächster, erschütternder Nähe.
Pünktlich zu Jack Londons hundertstem Todestag erinnert Richard Kämmerlings an dessen halb autobiografischen Künstlerroman "Martin Eden", der nun in einer Neuübersetzung von Lutz-W. Wolf vorliegt. Zwar verrät der Kritiker nichts über die Qualität der Übersetzung, den Roman hat er aber gern noch einmal gelesen: Für Kämmerlings ist Londons Geschichte um einen intelligenten Muskelprotz, der sich durch "asketische Selbsterziehung" zum Intellektuellen und Dichter umschult, von der Geisteswelt zunächst verschmäht wird und den späten Erfolg durch die "speichelleckende" Umgebung so sehr verabscheut, dass er sich schließlich umbringt, einer der "besten" Romane des Autors, dessen eigenes Schicksal der Leser hier nicht ausblenden kann, so der Rezensent.
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