Aus dem Englischen neu übersetzt von Britta Mümmler. Zum 100. Todestag von Henry James. "Sie sind grauenvoll gewöhnlich. Die gehören zu der Sorte Amerikaner, die man einfach ignorieren muss." Die junge Amerikanerin Daisy Miller befindet sich mit Mutter und Bruder auf Europareise. Als sie auf dem Weg nach Italien am Genfer See einen Zwischenhalt einlegt, verdreht sie ihrem Landsmann Frederick Winterbourne mit ihrem naiven Charme den Kopf. Doch er ist der leidenschaftlichen und abenteuerlustigen Daisy zu steif, zu reserviert, zu "europäisch". Ganz anders der lebensfrohe, attraktive Signore Giovanelli in Rom. Mit ihrer offen zur Schau gestellten Liaison brüskieren die beiden die römische Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2015
Jochen Schimmang bespricht zwei neuübersetzte Romane von Henry James, die das Verhältnis von Europäern und Amerikanern im 19. Jahrhundert beleuchten. "Daisy Miller" erzählt von einer jungen Amerikanerin, die sich den Moralvorstellungen der Exilamerikaner in Europa widersetzt, sich in einen Italiener verliebt und schließlich stirbt. James' Fähigkeit zur "Vivisektion der Gefühle" zeigt sich hier, so Schimmang, vor allem in den Dialogen und in der Intelligenz, die James seinen Protagonisten gestattet. Der Kritiker denkt an Jane Austen. Schade, dass er die Übersetzerin vergisst.
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