Aus dem Französischen von Susanne Rick. "Man kann die Zukunft auch vom Liegestuhl aus betrachten.": zum Beispiel mit dem "Kleinen Buch der Faulheit" in der Hand. Es enthält eine anregende Sammlung von Gedanken über das harmloseste aller menschlichen Laster.
Als Gegenmittel zu seiner letzten Rezension (ein Buch über Arbeitssucht als Volkskrankheit), hat sich Franz Schuh diesmal ein Buch über die Faulheit ausgesucht. Allerdings, findet Schuh, wäre der Titel "Handbuch der Faulheit" treffender gewesen - aus zwei Gründen: zum einen aufgrund seiner Größe und zum anderen, weil es nichts enthält, was nicht schon auf der Hand läge. Hier tummeln sich bemühte Aphorismen und "batzweiche Synthesen", die jeglichem Konflikt den Wind aus den Segeln nimmt. Natürlich, räumt der Rezensent ein, ist Chabouds dialektische Überlegung richtig, dass es einen Menschen nicht faul, sondern unglücklich macht, wenn man ihm seine Arbeit wegnimmt. Doch Schuh betont, es gehe hier wohlgemerkt um "seine" Arbeit, nicht "eine" Arbeit. Vom Umkehrschluss dieses Gedankens (nämlich Glück durch Arbeit) sei Chaboud allerdings meilenweit entfernt, bemerkt Schuh etwas mitleidig. Er setze Faulheit mit Humanismus gleich und verwechsle offensichtlich glückliche Gelassenheit mit lebloser Entkräftung. Das Einzige, was der Rezensent wirklich gerne erfahren hat: der japanische Ausdruck für faul ist "glücklich wie ein Europäer".
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