Ivan Blatny

Hilfsschule Bixley

Gedichte
Cover: Hilfsschule Bixley
Edition Korrespondenzen, Wien 2018
ISBN 9783902951311
Gebunden, 200 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Tschechischen von Jan Faktor und Annette Simon. Im Februar 1948, wenige Wochen nach der kommunistischen Machtübernahme, nutzte Ivan Blatný, der gefeierte Jungstar der tschechischen Literatur, einen Stipendienaufenthalt in England, um sich ins Exil abzusetzen. Nach einem Nervenzusammenbruch verbrachte er aus Angst vor Verfolgung die meiste Zeit in Nervenheilanstalten in Südengland. Hier entstanden in den Jahren von 1977 bis 1985 zwei einzigartige Gedichtbände, die die gewaltige Potenz dieses Dichters erst wirklich zeigten: "Alte Wohnsitze" und "Hilfsschule Bixley".
Blatnýs letzter Band, "Hilfsschule Bixley", ist ein poetisches Tagebuch voller überraschender Wechsel. Der Krankenhausalltag trifft auf Erinnerungen aus den Jahren in Brünn und Prag, Fernsehnews und Königshausklatsch schließen sich mit Blatnýs reichem kulturhistorischen Wissen kurz. Über Anspielungen und Zitate bleibt er mit sich und seinen Dichterfreunden im Gespräch. Oft wechselt Blatný mitten im Satz die Sprache: von Tschechisch zu Englisch, Französisch oder Deutsch, zuweilen gar mit Reimen über die Sprachgrenzen hinweg. Blatnýs surrealistische Collagen und seine ungebändigte Sprachlust schaffen ein eindrückliches Porträt der brüchigen Existenz des durch Exil und Sanatorium doppelt isolierten Autors.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.06.2018

Rezensentin Insa Wilke empfiehlt Ivan Blatnys poetisches Tagebuch aus der Psychiatrie in der Auswahl von Jan Faktor und Annette Simon nur Extremlesern. Dass der tschechische Autor 38 Jahre seines Lebens in der Psychiatrie verbracht hat, merkt Wilke den Texten an. An das Switchen zwischen Sprachen und den sprunghaft assoziativen Gang der Texte muss Wilke sich gewöhnen. Mehr als Nonsense-Lyrik kommt dabei für Wilke aber doch heraus. Kraftfelder, seltsame, kostbare Blüten entdeckt Wilke im surrealistischen Gedankenstrom, so als würde sich der Dichter die weite Gegenwart in seine enge Zelle holen wollen.

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