Erweiterte Neuauflage. Mit einem Vorwort von Clemens J. Setz. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Gisela Steinlechner. Mit farbigen Abbildungen. "Der Dichter / ordnet die Sprache / in kurzen Sät-zen. / Was über ist, ist das / Gedicht selber", schreibt Ernst Herbeck, der große und traurige Poet, der, 1920 in Stockerau geboren, in den späten 1940er-Jahren in die Niederösterreichische Landesnervenklinik Gugging bei Klosterneuburg gekommen ist. Als Patient von seinem Psychiater Leo Navratil dazu aufgefordert, hat er über die Jahre hunderte Notate und Gedichte geschrieben. Sie haben ihn nach ersten Veröffentlichungen Ende der 1970er-Jahre zu einer Ausnahmeerscheinung in der österreichischen Literatur gemacht, als Dichter von Kollegen wie Ernst Jandl, W.G. Sebald oder Gerhard Roth bewundert. Bis heute hat dieses singuläre Werk in seiner herben Prägnanz und wundersamen Lakonie nichts an Geheimnis und Kraft verloren. Das, "was über ist", bringt dieser Auswahlband in faszinierender Fülle. Ergänzt werden die gut vierhundert Texte von zahlreichen farbigen Abbildungen, die den Zauber von Herbecks Kunst anschaulich machen, und einem umfassenden Anhang mit Informationen zu Leben und Werk.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 13.10.2020
Rezensent Thomas Schaefer freut sich über diese zum 100. Geburtstag von Ernst Herbeck erschienene Neuauflage mit Gedichten. Herbeck, der einen Großteil seines Lebens in einer Landesheil- und Pflegeanstalt lebte und auf Anraten seines Arztes Leo Navratil Gedichte verfasste, inspirierte Zeitgenossen wie Ernst Jandl, W.G. Sebald oder Gerhard Roth, klärt der Kritiker auf. Schaefer erfreut sich jedenfalls einmal mehr an der "eigenwilligen Logik, der abgründigen Komik" und "befremdlichen Weisheit" der Gedichte.
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