Aus dem Niederländischen von Eva Schweikart. Mit einem Nachwort von Judith Belinfante. In einer Nervenklinik vertraut Heleen einer Nachtschwester ihre Lebensgeschichte an. Sie erzählt vom Aufwachsen in einer kinderreichen protestantischen Familie, ihrem gesellschaftlichen Aufstieg, den sie sowohl ihrer eigenen Schönheit als auch ihrem Sinn für Schönes zu verdanken hat. Und sie berichtet von ihrer großen Liebe Hannes und der jüngeren Schwester Lientje, um die sie sich seit dem Tod der Eltern kümmert. Mit ungeahnten Folgen, denn ihrer eigenen Eifersucht kann sie sich nicht entziehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2021
Rezensentin Maria Frisé erkennt das Projekt der niederländischen Historikerin Judith Belinfante an, ihrer Großmutter und Schriftstellerin Marianne Philips zu größerer Bekanntheit zu verhelfen, nachdem deren Werke von den Nazis verboten worden waren. In Philips' bereits 1930 im Zuge einer Therapie verfasstem Roman, wie Frisé erklärt, verarbeitete die politisch aktive, psychisch labile jüdische Schriftstellerin ihre ärmliche Herkunft und erzählt vom sozialen Aufstieg einer Näherin. Was als eine etwas "rührselige" Geschichte vom hässlichen Entlein beginnt, so Frisé, führt zum dramatischen Ende einer Liebe: Wie Philips mit "fürchterlicher Genauigkeit" von der ausufernden Eifersucht der Protagonistin erzähle, hält die Rezensentin für die stärksten Passagen des Romans.
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