Die Gedichte von Irma Hildebrandt sind feine Momentaufnahmen von lyrisch zugespitzten Zuständen. Ihre Themen reichen von subtiler Naturerfahrung bis hin zu metaphysischen Fragestellungen über das Sein, die Geschichte und die Kultur. Die Stärke der Texte beruht nicht zuletzt auf den Bezügen zur abendländischen Literatur und Kunst. Im geistigen Diskurs der Autorin mit Virginia Woolf, Vittoria Colonna oder Else Laser-Schüler zeigt sich noch einmal in aller Deutlichkeit, wie Lyrik über Raum und Zeit zu kommunizieren vermag.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.08.2000
Rezensent B.C. fällt ein strenges, und hoffentlich gerechtes Urteil über diesen Band von Irma Hildebrandt. Kritisiert werden zuerst logische Ungereimtheiten wie "Mauern, die zusammenrücken". Der Autorin wird zudem eine "Ich-Empfindlichkeit" und eine zu starke Bindung an "klassische Topoi" wie Natur und Gefühle bescheinigt. Das ganze werde dadurch nicht besser, dass berühmte poetische Vorgängerinnen heranzitiert und nachgeahmt werden. Offenbar waren Sappho und Virginia Wolf doch nicht die besten Musen für diese Gedichte.
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