Irina Scherbakowa (Hg.)

Russlands Gedächtnis

Jugendliche entdecken vergessene Lebensgeschichten
Cover: Russlands Gedächtnis
Edition Körber-Stiftung, Hamburg 2003
ISBN 9783896840417
Kartoniert, 428 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Die sowjetische Geschichtsschreibung des 20. Jahrhundert war stets Instrument der Mächtigen un dwurde oft zu ideologischen Zwecken mißbraucht. Doch die persönlichen Erinnerung an Leid und Ungerechtigkeit lassen sich nicht auslöschen und prägen ganze Generationen. Die russische Menschenrechtsorganisation MEMORIAL fordert Jugendliche auf, sich selbst ein Bild ihrer Vergangenheit zu machen. Sie suchen nach Spuren, recherchieren in Archiven, führen Gespräche mit Zeitzeugen. Ihre Forschungen zwingen sie und die Leser, sich mit der bisher unbekannten und verdrängten Seite russischer Geschichte auseinander zu setzen. Das Lesebuch bietet dem deutschen Leser einen neuen und spannenden Einblick in die vielfältige Geschichte eines großen und mächtigen Landes.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.09.2003

Diese Zusammenstellung von Texten junger Russen hat Helga Hirsch tief berührt. Von 1999 bis 2002, erklärt sie, richtete die Moskauer Menschenrechtsorganisation Memorial Schreibwettbewerbe für Schüler aus; das Thema: "Der Mensch in der Geschichte". 8000 Arbeiten wurden eingesandt, doch noch erstaunlicher als der reiche Ertrag war der Inhalt der Arbeiten: die 15- bis 17-Jährigen wählten keine "offiziellen Helden", sondern einfache Menschen - Verwandte und Bekannte, Unangepasste und Gescheiterte - als Protagonisten ihrer Lebensgeschichten; unbekannte Figuren, die ihnen mehr als überlebensgroße Figuren die sowjetische Geschichte erschlossen, die sie selber nicht mehr erlebt haben. Mehr als deutsche Schüler, schreibt Hirsch, stellen sie das Individuum und seine subjektive Erfahrung in den Mittelpunkt - "als wollten sie sich unbeugsame Charaktere in Erinnerung rufen, um mit dem Vertrauen in den Menschen wieder Vertrauen in die Zukunft zu gewinnen".

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