Die Diskussion um den Islam entzündet sich immer wieder an der Lage der Frauen. Irene Schneider erklärt in ihrem eindrucksvollen Überblick, was die Korangelehrten über Rechte und Pflichten von Frauen sagen und warum die Frauen Mohammeds jungen Musliminnen gerade heute als Vorbilder angepriesen werden. Sie vermittelt einen lebendigen Einblick in die unterschiedlichen Lebenswelten von Frauen in der islamischen Geschichte und zeigt, welche Chancen Musliminnen heute haben, ihre privaten und öffentlichen Rollen selbstbewusst zu gestalten, sei es auf "westliche" oder auf "islamische" Weise. Zur Sprache kommt nicht zuletzt auch der Islam in Deutschland und die Suche von Frauen nach einem im Westen lebbaren Islam.
Ein bisschen ratlos lässt Andreas Pflitschs Besprechung dieses Buchs der Göttinger Islamwissenschaftlerin Irene Schneider zurück. Deutlich wird, dass sich Schneider viel vorgenommen hat: Auf dreihundert Seiten die Rolle der Frau in islamischen Ländern zu beleuchten, also von Marokko bis Indonesien, hält er für ein ehrgeiziges Unterfangen. Auch dass die Autorin dabei immer wieder zeigt, wie uneindeutig sich bestimmte Punkte vom Islam ableiten lassen, macht Pflicht klar. So finde Schneider im Koran Hinweise auf eine immanente Frauenfeindschaft wie auch Ansätze einer gleichberechtigten Stellung. Aber was genau der Rezensent meint, wenn er ihr vorwirft, zu normativ zu argumentieren, oder westliche Ursachen für eine rigide Rechtsauslegung zu ignorieren, bleibt sehr abstrakt.
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