Ippolito Nievo

Am Ufer des Varmo

Dorfgeschichten
Cover: Am Ufer des Varmo
Folio Verlag, Wien - Bozen 2015
ISBN 9783852565781
Gebunden, 240 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl. In seinen Dorfgeschichten, den Novelle paesane, beschreibt Ippolito Nievo die herbe Schönheit Friauls und stellt dem idyllischen Leben auf dem Lande die Dekadenz des Adels gegenüber. Er erzählt von der Lebensgeschichte zweier Müllerskinder und ihren wilden Spielen am Flussufer des Varmo; von einem beherzten Mädchen auf der Reise zu ihrem cholerakranken Bruder nach Brescia oder von zwei Liebenden, die am Hochmut eines italienischen Felix Krull fast zerbrechen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.06.2015

Mit Ippolito Nievo versteht Maike Albath Italien. Die hier erstmals auf Deutsch zu lesenden Erzählungen des Autors über Taugenichtse und Müller vor idyllischer Landschaft überraschen die Rezensentin nicht nur mit den didaktischen Ambitionen und dem Hoffen auf göttliche Vorsehung des an Manzoni geschulten Nievo, sondern ebenso mit Ironie und anarchischen Momenten. Die Lieblichkeit der Texte wird für Albath so angenehm gebrochen, etwa, wenn der Autor seine behagliche Darstellung des Landlebens mit einer scharfen Kritik des Großbürgertums unterlegt.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 13.06.2015

Verzaubert haben Ippolito Nievos drei "Dorfgeschichten" den Rezensenten Paul Jandl vor allem wegen ihrer Schilderungen skurriler Figuren und der rauen und doch idyllischen Landschaften Norditaliens. "Naturwüchsige Unschuld" liest der Kritiker aus den über 150 Jahre alten, jetzt erstmals auf Deutsch erschienenen Erzählungen heraus, mit ihr zeichne der Autor gezielt ein Gegenbild zur dekadenten städtischen Oberschicht. Gefallen findet Jandl ganz offensichtlich auch an den wortreichen Auslassungen Nievos über scheinbare Nebensächlichkeiten. "Burlesk und didaktisch zugleich" wirken die Geschichten auf den Rezensenten, sie erinnern ihn an Laurence Sterne. An Karin Fleischanderls Übersetzung stört ihn allerdings, dass sie "auf wienerische Art gemütlich" sei; nach Jandls Geschmack hätte es das nicht gebraucht.
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