Ipek Calislar

Mrs. Atatürk - Latife Hanim

Ein Porträt
Cover: Mrs. Atatürk - Latife Hanim
Orlanda Frauenverlag, Berlin 2008
ISBN 9783936937640
Kartoniert, 272 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Türkischen von Constanze Letsch. Ein halbes Jahrhundert ist über Latife Hanim, Atatürks erste Ehefrau, geschwiegen worden. Die hochgebildete Frauenrechtlerin war zweieinhalb Jahre mit dem Staatsgründer der Türkei verheiratet. Nach der Scheidung im Jahre 1925 zog sie sich komplett aus dem öffentlichen Leben zurück, wie es heißt, um ihren Mann zu schützen. Latife Hanim, die oft ohne Kopftuch und auch mal in Reithosen auftrat, war zu ihrer Zeit ein Vorbild für viele Frauen. Die mutige, wortgewandte, willensstarke Frau hatte großen Einfluss auf Atatürks politische Projekte, setzte sich für das Frauenwahlrecht und ein modernes Scheidungsrecht ein. Doch die Frau, die sich in der politischen Arena der Türkei regelmäßig zu Wort gemeldet hatte, wurde nach der Trennung von Atatürk zur Einsiedlerin; sie wurde verleumdet und erschien später in Geschichtsbüchern höchstens noch als Fußnote. Sie starb 1975.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2009

Ipek Calislars Biografie über Latife Hanim, die Ehefrau Kemal Atatürks, scheint Karen Krüger erhellend. Das Buch, in der Türkei ein Bestseller, wirft für sie ein neues Licht auf Latife. Während diese in der Türkei lange totgeschwiegen oder negativ dargestellt wurde, vermittelt die Autorin in ihren Augen ein positives Bild von Latife, von der sich Atatürk nach nur zweieinhalb Jahren Ehe im August 1925 wieder scheiden ließ. Latife erscheint für Krüger als eine moderne, selbstbewusste, weltgewandte Frau, die in Großbritannien ihre Schulzeit verbracht und an der Sorbonne Jura studiert hat. Sie unterstreicht insbesondere Latifes Rolle als Ideengeberin für das Frauenrecht. Außerdem habe Latife die Position ihre Mannes hinsichtlich der westlichen Welt gestärkt. Über das Scheitern der Ehe kann laut Krüger bis heute nur spekuliert werden. Calislars Vermutung, Atatürk sei seiner unabhängigen und auch ehrgeizigen Frau nicht gewachsen gewesen, hält sie aber für durchaus plausibel.
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