Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2012
Den Gründer der modernern Türkei, den großen Atatürk, der laut Wolfgang Günter Lerch inzwischen reichlich Staub angesetzt hat in seiner hagiografischen Erstarrung, lernt der Rezensent in dieser Biografie noch einmal auch von seiner menschlichen, allzu menschlichen Seite kennen - als nicht ganz unproblematischer Familienvater, als Trinker, als nicht lupenreinen Demokraten. Dass der Autor dafür tief in die türkischen Archive herabgestiegen ist, ist für Lerch ein Qualitätsmerkmal. Und dass Dirk Tröndle mit seiner Arbeit auch 150 Jahre türkische Geschichte verhandelt, die Republikgründung, die den Rezensenten noch immer erstaunende Kulturrevolution, detailliert und mit vielen Originalzitaten überdies, lässt Lerch das Buch preisen.
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