Immer häufiger wird ein solcher Schnitt von den Töchtern vollzogen, und darum soll es im Kontext dieses Buches gehen: Die Tochter bricht mit der Mutter. Mütter erleben den Kontaktabbruch wie eine Katastrophe, der man hilflos und verzweifelt ausgeliefert ist. Für die Tochter ist es ein notwendiger Schritt. Für sie ist es das Ende eines schmerzhaften Prozesses, deshalb empfindet sie ihn eher als Befreiung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.06.2014
Luisa Seeling stellt gleich drei Bücher über die Gezipark-Proteste vor, die allesamt von deutschtürkischen Autoren mit viel Sympathie für die Bewegung geschrieben wurden und in kleinen Verlagen erscheinen. Die beiden Berliner Journalistinnen Ebru Tasdemir und Canset Icpimar liefern ein eindrückliches Stimmungsbild aus der türkischen Community, das der Rezensentin ziemlich anschaulich macht, wie "verliebt" viele junge Türken in diese Protestbewegung waren. Allerdings verschweigen die Autorinnen nicht, wie Seeling betont, dass es unter den Türken in Deutschland auch viele Unterstützer für Erdogans Regierung gegeben hat. Und sie sieht noch einmal klargestellt, dass die Proteste gegen Erdogan weniger antireligiös als antikapitalistisch motiviert waren.
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