Lange schon hatte die Bibliothekarin Karla vom Rentnerdasein geträumt: sich zurücklehnen und endlich in Ruhe selber lesen. So gibt sie mit 60 ihren Job in der Stadtbücherei auf. Mit einigen Kollegen hält sie lose Kontakt - bis zu einer folgenschweren Einladung. Beim "Gabelfrühstück" macht ihr der kinderlose Witwer Wolfram todkrank ein Angebot: Falls sie sich um seine Beerdigung und die Inschrift auf seinem Grabstein kümmert, erbt sie ein Viertel eines Vermögens. Pflegt sie ihn bis zu seinem Tod, erbt sie die Hälfte. Und bringt sie ihn wunschgemäß um, bekommt sie alles, eine Villa in Weinheim inklusive ... Die Ruhe der Rentnerin ist dahin.
Elmar Krekeler ist ein echter Fan von Ingrid Noll, auch wenn es ihm, wie er gesteht, mitunter etwas peinlich ist, wie laut er beim Lesen ihrer Krimis lachen muss. Ziemlich komisch findet er, wie Noll den Mittelstandsbürger in ihre literarische Mangel nimmt und methodisch all die Schlechtigkeit aus ihm herauspresst, die ihrer Meinung nach in ihm steckt. Im vorliegenden Fall geht es um eine Rentnerin, die von ihrem Ex-Kollegen sein gesamtes Erbe angeboten bekommt, wenn sie ihm dabei hilft zu sterben. "Perfide und elegant" findet Krekeler das, und für einen Krimi aus der Pfalz auch bemerkenswert brisant.
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