Ilija Matusko

Jugo

Roman
Cover: Jugo
Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783518433102
Gebunden, 191 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Sie sehen sich nur einmal im Jahr, und jedes Mal geraten sie in Streit. Der Vater, der als junger Mann nach Deutschland kam, hier eine Familie gründete, in der Gastwirtschaft arbeitete und das Land dreißig Jahre später wieder Richtung Kroatien verließ. Und der Sohn, der in Berlin lebt, Schriftsteller geworden ist und im Gästehaus seines Vaters an der Adriaküste Urlaub macht. Im Streit befreien sie sich von den Dingen, die zwischen ihnen stehen. Und sie entdecken in scheinbar kleinen Momenten eine unerwartete Nähe: wenn sie, begleitet vom Jugo, dem warmen Südwind, mit dem Boot zur Insel vor der Bucht fahren, Tennis auf dem Platz eines verfallenen Hotels spielen oder den kleinen Acker der Familie in Bosnien besuchen. Nach und nach legen sie alte, zugewachsene Wege frei - zueinander und zu ihrer gemeinsamen Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 17.10.2026

Vor ein paar Wochen hat sich Rezensentin Anna Weiß mit Ilija Matusko getroffen, um über sein neues Buch zu sprechen, das starke autofiktionale Anteile hat. Es geht viel um die Beziehung zwischen Vater und Sohn, der Vater ist aus Kroatien nach Deutschland gekommen, musste rund um die Uhr schuften und ist später in sein Heimatland zurückgekehrt, lesen wir. Während der Sohn als erster der Familie Gymnasium und Universität besucht und sich als "Klassenübergänger" bezeichnet, wandelt der Vater zwischen den zwei Ländern, in beiden kann er sich nicht mehr heimisch fühlen, es gibt keine "Aufhebung von Migration", liest Weiß. Mit "lakonischer Beiläufigkeit" erzählt Matusko der Kritikerin zufolge von den Schwierigkeiten der Familie und wie sehr diese auch von außen bestimmt sind, seine Beobachtungen sind vom Willen nach Verständnis geprägt. So hat der Text, den der Autor allen darin vorkommenden Personen zur Überprüfung vorgelegt hat, auch dazu geführt, dass er noch einmal ganz andere, tiefergehende Gespräche mit seinem Vater führen konnte, verrät die Rezensentin am Ende, und wünscht sich, dass Matusko seine autofiktionale Entdeckungsreise fortführen möge. 

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