Ibon Zubiaur

Wie man Baske wird

Über die Erfindung einer exotischen Nation
Cover: Wie man Baske wird
Berenberg Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783937834795
Gebunden, 120 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Wer so heißt, muss aus der schönen Gegend stammen, wo ETA, Industrie, Fußball und Frank Gehry in manchmal nicht recht geheurer Nachbarschaft leben. Ibon Zubiaur hat eine baskische Paradeerziehung durchlaufen, mit baskischer Schulbildung und Spanisch als erster Fremdsprache. Er spricht bis heute eine Sprache, die im Baskenland nur eine Minderheit beherrscht. Er ist das Produkt einer Nation, die samt Sprache im späten 19. Jahrhundert von einem Herrn namens Sabino Arana neu erfunden wurde. Hier erklärt Zubiaur, was es heißt. in einem solchen Land zu Hause zu sein, warum ein Begriff wie Rasse hier noch immer eifrige Verwendung findet. Er blickt auf die ebenso kurze wie heftige Geschichte der Basken, erklärt, warum hier Menschen merkwürdige Namen haben wie er und er feiert den Fußballclub Athletic Bilbao als ein gelungenes Experiment selbstbewusster Integrationspolitik.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.07.2015

Sehr dankbar ist Rezensent Reiner Wandler dem Autor Ibon Zubiaur für diese, im Übrigen auf Deutsch verfasste, sehr persönliche und gewitzte Rückschau auf die Kindheit im Baskenland zu Zeiten erstarkender Nationalisierung: "Alles wurde baskisiert", stellt der Kritiker bei der Lektüre fest - von der Sprache über Ortsnamen bis zur Geschichte dieser Region, deren eigenbrötlerischen Charakter Wandler sichtlich ins Herz geschlossen hat. Zugute hält er dem mittlerweile in Berlin lebenden Zubiaur, dass er dieser umfassenden Konstruktion dessen, was es heißt, ein Baske zu sein, sehr nachdenklich und auch mit einiger Skepsis begegnet. Dies mache das Buch "lesenswert", weshalb es der Kritiker allen ans Herz legt, die sich für das Baskenland interessieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2015

Was Nationalismus bedeutet, lernt Paul Ingendaay bei Ibon Zubiaur, allerdings auf entspannte Art. Des Autors spanisch-baskische Identität und sein persönlicher Zugriff auf alles Baskische, von völkischer ETA-Propaganda bis zum Fußball, ermöglichen dem Leser laut Rezensent eine befreiende Erfahrung. Zubiaurs Geschichte als subjektive Erzählung, "mit leichter Hand, aber gehörigem Kopfschütteln" über nationalistische Kuriositäten und Absurditäten wie abwegige Etymologien, findet Ingendaay als Kulturvergleich brauchbar und lesenswert.
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