Vernon und Clive, zwei langjährige Freunde, der eine Komponist, der andere Chefredakteur, sehen sich bei der Einäscherung von Molly wieder, einer Frau, mit der sie beide einmal mehr als Freundschaft verband. Angesichts des traurigen Endes, dass ihre ehemalige Geliebte gefunden hat, schließen sie einen Pakt: Sollte einer von ihnen unheilbar erkranken, wird der andere das Leiden abkürzen.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 13.11.1999
"Man trauert um Molly und eigentlich vor allem um sich", schreibt Andreas Becker über die Eingangsszene dieses Romans um zwei britische 68er, die sich inzwischen - unter Verrat an ihren Idealen - als Zeitungsverleger und Komponist etabliert haben. Und beide waren einmal in Molly verliebt, bei deren Begräbnis sie sich wiederfinden. Vor allem manche der Zeitungsszenen des Romans, so findet Becker, könne man auch in deutschen Redaktionen ans schwarze Brett heften. Ihm gefällt, wie genau und spannend McEwan den Weg der 68er ins Establisment beschreibt und wie "schnörkellos" er über den Zynismus erzählt, mit dem alte Ideale zugleich aufgegeben und als Attrappe hochgehalten werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999
Was Uwe Pralle offensichtlich besonders gut an McEwans "Amsterdam" gefällt, ist der "nötige kalte Blick". McEwan beschreibt die Metamorphose seiner Generation - einer Generation, die sich so sehr von der ihrer Väter unterscheiden wollte, die aber - wie McEwan feststellt - mittlerweile ebenso im Karrieredruck gefangen ist wie ihre Vorgänger. Und die sich dabei auch nicht gerade zimperlich anstellt: Intrigen, Hahnenkämpfe, Wadenbeissen, Eifersucht. McEwan habe jedoch nicht vorrangig eine Satire geschrieben, sondern vielmehr eine Vivisektion an der eigenen Generation der heute etwa Fünfzigjährigen vorgenommen. So sei denn, wie der Rezensent findet, auch ein Hauch Melancholie in diesem Roman spürbar.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…