Locher untersuch den Diskurs der wissenschaftlichen Kunstgeschichte seit ihren Anfängen im 18. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, der hier als eine für diesen Zeitraum charakteristische Form der Kunsttheorie dargestellt wird. Ausgangspunkt ist die Feststellung eines Paradigmenwechsels um die Mitte des 20. Jahrhunderts, eine Zäsur, die nicht "das Ende der Kunstgeschichte" bedeutet, aber das Ende der "großen Erzählung" der universalen Stilgeschichte der Kunst, die abgelöst wird von der heute aktuellen, kulturhistorisch interpretiernden Kunstgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2001
Hubert Locher hat eine Geschichte der Kunstgeschichte verfasst, die eher zur Problemgeschichte geraten ist, berichtet Beate Söntgen. Das findet die Rezensentin überaus positiv, denn schließlich sei das Verhältnis zwischen Künstlern und Kunstwissenschaftlern sowie das zwischen Kunst und Kunstvermittlung sei jeher recht gespannt gewesen. In Lochers Kunstgeschichte hat Söntgen einen neuen Ansatz entdeckt, Kunstgeschichte zu betrachten, außerdem hält sie den Autor für einen klugen Strategen, da er sich auf diese Weise der ungenauen oder falschen Darstellung bereits hinreichend beschriebener Gebiete entzieht. Und Mut zur Lücke hat er auch noch, bewundert die Rezensentin, denn er transformiere eine umfassende Stilgeschichte der "Weltkunst" in eine These zur Formgeschichte, auch wenn damit vieles außen vor bleibe.
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