Als Konrad Adenauer 1949 mit 73 Jahren zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt wurde, hatte er zwei Weltkriege, den Untergang einer Monarchie, das Scheitern einer parlamentarischen Republik und die Herrschaft einer totalitären Diktatur erlebt. Ob die westdeutsche Nachkriegsdemokratie länger Bestand haben würde, schien keineswegs ausgemacht. Sein Ziel war es daher, sie möglichst rasch und unumkehrbar zu stabilisieren. Diese Biografie wirft einen Blick auf den Menschen Adenauer und sein persönliches Umfeld. Zugleich zeichnet sie ein differenziertes Bild seiner Politik, die bestimmt wurde von den Erfahrungen eines Lebens in Zeiten des Umbruchs.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2026
Holger Löttel konzentriert sich in seiner instruktiven Adenauer-Studie, meint Rezensent Andreas Wirsching, auf die Nachkriegszeit und damit auf den Weg des Politikers zur Kanzlerschaft sowie auf den Verlauf derselben. Löttel stütze sich dabei auf seine intimen Kenntnisse des Nachlasses des ersten Kanzlers der BRD und kann deshalb anschaulich und exakt den Aufstieg Adenauers an die Macht nachzeichnen, viel erfährt man hier etwa über die Hintergründe der Ablehnung Adenauers, mit der SPD zusammen zu arbeiten, oder auch über die von ihm verfolgte Politik der Westbindung. Adenauer wird, heißt es am Ende, in dem Buch als großer Staatsmann gewürdigt, allzu viel Leidenschaft ruft diese historische Figur heute jedoch nicht mehr hervor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.10.2025
Anlässlich des nahenden 150. Geburtstags Konrad Adenauers liest Kritiker und Historiker Florian Keisinger drei neue Bücher über den ersten Kanzler der Bundesrepublik: Eine kompakte Darstellung findet er bei Holger Löttel, der Mitarbeiter der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus ist und das Leben seines Subjekts in chronologischer Ordnung abschreitet. Seine Studien- und junge Erwachsenenzeit kommen ebenso vor wie die Ehe mit Emma Weyer und der rasante Karriereaufstieg in der Kölner Kommunalpolitik, so Keisinger. Auch die Zeit im Nationalsozialismus und in der jungen Bundesrepublik schildert Löttel "kenntnisreich", für den Rezensenten ergibt sich insgesamt ein recht positives Bild des Kanzlers, er hätte sich gerne noch kritischere Beobachtungen etwa zur Spiegel-Affäre 1962 gewünscht.
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